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Martin MITCHELL
Beiträge: 58 | Zuletzt Online: 31.01.2020
Name
Martin MITCHELL
E-Mail:
martinidegrossi@yahoo.com.au
Geburtsdatum
28. Juli 1946
Beschäftigung
Schon seit ungefähr Mitte 2003, im Interesse von Ehemaligen Heimkindern, aktiv beschäftigt im Internet mit der Aufarbeitung des Unrechts und Leids in der Heimerziehung der Nachkriegsjahrzehnte in Westdeutschland.
Hobbies
Politik; Rechtswissenschaften; Menschenrechte; Bürgerrechte; Lesen; Studieren; Architektur; Wandern; Radeln; Singen; Gartenpflege
Wohnort
Adelaide, Süd Australien
Registriert am:
23.03.2019
Beschreibung
.
Ehemaliges Heimkind (Jg. 1946). Ich selbst war, u.a., in „Freistatt“ in »Gruppe 1, Haus Neuwerk«, in 1963/64, und musste dort, wie im Film "FREISTATT" und in der dazugehörigen Dokumentation gezeigt, unentgeldlich für die „von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel“ / die „Diakonie“ / die „Evangelisch-Lutherische Kirche“ / die „Evanglische Kirche in Deutschland“ („EKD“) im Moor malochen, d.h. Zwangsarbeit leisten, before es mir im März 1964, im Alter von 17 Jahren und 9 Monaten gelang nach Australien auszuwandern, um mich dort meinen Eltern, die schon im Jahr 1962 ausgewandert waren, anzuschließen.
.
Geschlecht
männlich
    • Martin MITCHELL hat einen neuen Beitrag "Diskussionen und Ergänzungen zu den NDR-Reportagen in 2017 / 2018 rund Medikamentenversuche " geschrieben. 29.01.2020

      .
      ERSTSENDUNG
      "Versuchskaninchen Heimkind"+"Ein Film von Daniela Schmidt-Langels"

      QUELLE: https://programm.ard.de/TV/daserste/versuchskaninchen-heimkind/eid_281062620465414 :


      Zitat
      .
      Programm.ARD.de

      Montag, 03.02.2020
      23:30 - 00:15 Uhr
      45 Min.

      Das Erste

      Es ist ein Skandal, der lange verschwiegen wurde: Seit Beginn der Bundesrepublik bis in die 1970er Jahre werden Kinder und Jugendliche in Heimen und Psychiatrien Opfer von Ärzten und Pharmakonzernen: Sie werden mit Medikamenten ruhiggestellt, für medizinische Versuchsreihen missbraucht sowie schmerzhaften und schon damals umstrittenen Diagnoseverfahren unterzogen. Bis heute leiden viele von ihnen unter den Folgen.

      Heime, Ärzte und Pharmakonzerne

      In den Wirtschaftswunderjahren wird die glückliche Kleinfamilie zum gesellschaftlichen Idealbild. Verhaltensauffällige Kinder sowie Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen dagegen werden oft in völlig überfüllte Heime und Psychiatrien abgeschoben, wo sie weitgehend von der Außenwelt abgeschottet und oft einer autoritären Erziehung ausgeliefert sind. In vielen Heimen werden Kinder mit Medikamenten vollgepumpt, damit sie ruhiggestellt werden. Doch damit nicht genug: In Zusammenarbeit mit Pharmakonzernen nutzen Ärzte die Situation in solchen Einrichtungen aus, um auch neue Medikamente und Behandlungsmethoden auszuprobieren - und verstoßen dabei gegen schon damals geltende fachliche und ethische Standards. Nicht wenige der Ärzte sind in die Verbrechen der Nationalsozialisten wie den Mord an körperlich und geistig behinderten Kindern verstrickt gewesen.

      Spurensuche mit Opfern

      Gemeinsam mit der Tochter und Enkelin von beteiligten Ärzten und drei ehemaligen Heimkindern begibt sich der Film auf Spurensuche. Durch die sehr persönlichen Schilderungen von ihren Qualen und den Folgen der Behandlungsmethoden öffnet der Film immer wieder neue Türen in die Geschichte der Heimerziehung und der Kinder- und Jugendpsychiatrie und deckt die Verflechtungen zwischen Ärzten und Pharmakonzernen im Nachkriegsdeutschland auf. Historiker und Experten erklären, warum es möglich war, dass Ärzte auch um ihrer Karriere und ihrer finanziellen Vorteile willen an wehrlosen Opfern forschen konnten.

      "Versuchskaninchen Heimkind" ist eine Produktion der Bildersturm Filmproduktion im Auftrag des SWR.

      .


      ERSTSENDUNG
      "Versuchskaninchen Heimkind"+"Ein Film von Daniela Schmidt-Langels"

      WEITERE QUELLE: https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/versuchskaninchen-heimkind-100.html .


      .
      #endlichEntschaedigung
      #Schadensersatz
      #compensationnow
      #AlmosenNeinDanke
      .

    • Martin MITCHELL hat einen neuen Beitrag "Erfahrungen mit der Kirche" geschrieben. 22.01.2020

      .
      ● Noch so eine evangelische Fürsorgehölle – "Voccawind" mit Steinbruch für die jugendlichen Zwangsarbeiter.

      Das bundesrepublikanische Arbeitserziehungslager "VOCCAWIND" in Bayern (DORT betrieben von der Inneren Mission / Diakonie / Evangelischen Kirche, von 1948 bis 1979), orientierte sich wohl auch "first and foremost" am Muster und Vorbild des Arbeitshauses / Landesfürsorgeheims "BREITENAU" in Hessen (DORT auch nach dem Krieg staatlicherseits weiterhin betrieben (von 1945 bis 1968/1969)), worüber im Nachfolgenden hauptsächlich die Rede ist :

      Das Gedankengut und die Denkweise der NSDAP nach 1945 herrschte lange Zeit fort in den Köpfen des deutschen Beamtentums und vielen Politikern sowohl wie auch in den Köpfen vieler Kirchenoberen und Betreibern und Betreiberinnen von Heimerziehungseinrichtungen deutschlandweit!, so scheint es mir.

      Jeder kann es für sich selbst überprüfen :


      QUELLE: https://d-nb.info/991735595/34 (ingesamt 401 Seiten) :

      Zitat
      .
      [ SEITE 1: ]

      Ayaß --- Das Arbeitshaus Breitenau

      [ SEITE 2: ]

      Hessische Forschungen zur geschichtlichen Landes- und Volkskunde, Heft 23
      Hrsg.: Verein für hessische Geschichte und Landeskunde e. V. Kassel 1834
      Schriftleitung: Helmut Burmeister, Arensberg 8, 3520 Hofgeismar

      Nationalsozialismus in Nordhessen - Schriften zur regionalen Zeitgeschichte, Heft 14
      Hrsg.: Gesamthochschule Kassel, Fachbereich 1
      Redaktion: Dietfrid Krause-Vilmar


      Dr. phil. Wolfgang Ayaß, geb. 1954 in Marbach/N., 1976-1981 Studium der Sozialarbeit und der Sozialpädagogik in Kassel, 1982-1985 Sozialarbeiter in einem Heim für Wohnungslose in Karlsruhe, 1985-1988 Studium der Geschichte, Soziologie und Politikwissenschaft in Kassel, Magister Artium, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Gesamthochschule Kassel, Promotion mit vorliegender Arbeit am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Gesamthochschule Kassel.

      Umschlag: Stephan von Borstel
      Vertrieb: Jenior & Pressier, Lassallestr. 15, 3500 Kassel

      1. Auflage 1992
      ISBN: 3-88122-670-2
      ISSN: 0175-1840


      Copyright Gesamthochschule Kassel, Fachbereich 1, Gesamthochschulbibliothek

      [ SEITE 3: ]

      Wolfgang Ayaß

      Das Arbeitshaus Breitenau

      Bettler, Landstreicher, Prostituierte,
      Zuhälter und Fürsorgeempfänger
      in der Korrektions- und Landarmenanstalt
      Breitenau (1874-1949)


      Gesamthochschule Kassel
      Verein für hessische Geschichte und Landeskunde e.V.
      Kassel 1992

      [
      NOCHMALIGER HINWEIS AUF DIE QUELLE: https://d-nb.info/991735595/34 (ingesamt 401 Seiten) : ]

      [ SEITE 338: ]

      [ MM - Vorhergehendes Textmaterial in dieser Veröffentlichung ist, m.E., ebenso höchst relevant zu dieser meiner Argumentation! ]

      Schließung des Arbeitshauses Breitenau durch die Militärregierung

      [ ……… ]

      [ SEITE 341: ]

      [] Damit war sowohl der strafrechtlichen wie auch der fürsorgerechtlichen Arbeitshausunterbringung die Rechtsgrundlage entzogen. 74 Jahre nach seiner Gründung mußte das Arbeitshaus Breitenau [in Hessen] geschlossen werden.

      In den letzten Märztagen entließ die Direktion [des Arbeitshauses Breitenau] nach und nach die Korrigendinnen und Korrigenden. Am 31. März 1949 verließen die letzten Breitenauer Korrigenden, 25 Frauen und 15 Männer, die Anstalt.
      50 Insgesamt sollen in der Amerikanischen Besatzungszone durch die Schließung der Arbeitshäuser über zweitausend Personen freigekommen sein.51

      Das Arbeitshaus Breitenau wurde geschlossen. Die Anstalt Breitenau bestand jedoch weiter, denn das Gesetz der Militärregierung hatte nur die Zwangseinweisung von Korrigenden und Fürsorgeempfängern verboten, die Trägerschaft und die Besitzverhältnisse der Anstalt jedoch nicht angetastet. In der Anstalt befand sich weiterhin das [hessische] Geschlechtskrankenhospital und das [hessische] Landesfürsorgeheim. Bereits am Tag der Schließung des Arbeitshauses meldete die Direktion, die Anstalt führe in Zukunft die Bezeichnung [hessisches] Landesfürsorgeheim Breitenau und diene der Unterbringung von Fürsorgepfleglingen.52 Den weiteren Arbeitsschwerpunkt sah man in der Unterbringung "gefährdeter" bzw. "asozialer" Frauen. Breitenau solle als [hessisches] Fürsorgeheim und als [hessische] Bewahranstalt dienen. "Wenn später einmal ein Bewahrungsgesetz erlassen werden sollte, dann ist in dieser Beziehung schon eine gewisse Vorarbeit geleistet."53

      Im Oktober 1949 erhielt die Anstalt die Bezeichnung Landesfürsorgeheim Fuldatal, Guxhagen bei Kassel.54 Über diese Namensänderung entbrannte schnell eine öffentliche Kontroverse. Die Gemeinde Guxhagen sprach sich gegen die Änderung aus.55 Auch die Tageszeitung Kasseler Post kritisierte die Umbenennung. Die Begründung, "es ist in den letzten Jahren so viel Häßliches, ja Unrecht in Breitenau geschehen, daß dieser Name verschwinden muß",

      [ SEITE 342: ]

      sei zu dürftig. Innerhalb des Bezirksverbands bemerkte man zu diesem Artikel, man habe nichts dagegen, die Anstalt in einigen Jahren, "wenn Gras über die Sache gewachsen ist", wieder nach ihrem historischen Namen zu benennen.
      56 Jahrzehntelang war die Kasseler Bezirkskommunalverwaltung stolz auf den abschreckenden Namen Breitenau gewesen. Jetzt, nach den Verbrechen des Nationalsozialismus, wollte man lieber verdrängen und vergessen.

      [ MM - Siehe diesbezüglich auch
      "Gedenkstätte Breitenau" @ http://www.gedenkstaette-breitenau.de/1940.htm und "Jugendliche und Kinder als Gefangene" @ http://www.gedenkstaette-breitenau.de/jugendliche.htm ]

      Das Ende der Arbeitshausunterbringung 1967/74

      Die Arbeitshäuser der französischen, der britischen und der sowjetischen Besatzungszone blieben nach dem Verbot der Arbeitshäuser der amerikanischen Zone unverändert bestehen. Erst das dritte Strafrechtsänderungsgesetz von 1953 schuf für die Bundesrepublik Deutschland wieder einen einheitlichen Rechtszustand.
      57

      Rechtsgrundlage blieb bis in Einzelheiten hinein der 1934 geschaffene § 42 d StGB. Die maximale Unterbringungszeit legte der Gesetzgeber auf zwei Jahre bei erstmaliger Unterbringung und, als einzige Änderung gegenüber der Regelung von 1934, auf vier Jahre bei wiederholter Unterbringung fest. Die von den US-Stellen bei der Schließung der Arbeitshäuser in der amerikanischen Zone kritisierte unbestimmte Unterbringungsdauer wurde abgeschafft.58 Mit vier Jahren war die Höchstdauer der bundesrepublikanischen Arbeitshausunterbringung allerdings doppelt so lang wie die des Reichsstrafgesetzbuchs von 1871 und ein Jahr länger als die des preußischen Strafgesetzbuchs von 1851.

      Die Arbeitshauseinweisungen blieben in der Bundesrepublik Deutschland vergleichsweise unbedeutend. Von 1954 bis 1969 verurteilten die Richter insgesamt 8351 Menschen zu Arbeitshaushaft, eine Größenordnung die im Kaiserreich bei geringerer Bevölkerungszahl Jahr für Jahr erreicht wurde.

      [ SEITE 343: ]

      Die Einweisungsziffern fielen kontinuierlich von 908 Personen im Jahre 1954 auf 233 Personen im Jahre 1968.
      59 1961 fungierten nur noch Brauweiler und Benninghausen als selbständige Arbeitshäuser, ansonsten wurde die Arbeitshaushaft in besonderen Abteilungen der Strafgefängnisse vollstreckt.60 Die alten Arbeitshäuser der Amerikanischen Besatzungzone – und mit ihnen Breitenau – blieben geschlossen; die hessische Justiz vollstreckte die Arbeitshaushaft im Arbeitshaus Brauweiler bei Köln.61 Im Jahre 1968 fungierte nur noch Brauweiler als selbständiges Arbeitshaus, vierzehn weitere 'Arbeitshäuser' waren in Sonderabteilungen von Justizvollzugsanstalten untergebracht.62

      Trotz der quantitativen Bedeutungslosigkeit der Arbeitshäuser wollte die Bundesregierung noch im Entwurf für ein Strafgesetzbuch von 1962 weiter an ihnen festhalten. Laut diesem Entwurf war sogar geplant, Arbeitshaushaft im Zusammenhang mit sämtlichen Delikten des Strafgesetzbuchs möglich zu machen, sofern die Tat "aus Arbeitsscheu oder aus Hang zu einem unsteten oder ungeordneten Leben" begangen wurde.63

      Mit dem Bundessozialhilfegesetz von 1961 wurde in der Bundesrepublik Deutschland die fürsorgerechtliche Arbeitshausunterbringung wieder gesetzlich etabliert. § 26 BSHG ermöglichte die Zwangsunterbringung von Sozialhilfeempängern in geschlossenen Arbeitseinrichtungen, wenn die Betreffenden sich trotz wiederholter Aufforderung weigerten, zumutbare Arbeit zu leisten. Die Unterbringung war zeitlich nicht befristet, mußte jedoch, im Gegensatz zur Regelung in der Reichsfürsorgepflichtverordnung von 1924, von einem Richter angeordnet werden.64

      [ SEITE 344: ]

      Zusätzlich zu dieser in ihren Grundzügen nicht neuen Arbeitshausunterbringung von "arbeitsscheuen" Fürsorgeempfängern war im Bundessozialhilfegesetz von 1961
      die zwangsweise "Bewahrung" weitgehend verwirklicht. § 73 BSHG sah im Rahmen der 'Hilfe für Gefährdete' Zwangsunterbringung in einer "geeigneten Anstalt, in einem geeigneten Heim oder in einer geeigneten gleichartigen Einrichtung" vor. Sie sollte verhängt werden, "wenn 1. der Gefährdete besonders willensschwach oder in seinem Triebleben besonders hemmungslos ist, 2. der Gefährdete verwahrlost oder der Gefahr der Verwahrlosung ausgesetzt ist und 3. die Hilfe nur in einer Anstalt, in einem Heim oder einer gleichartigen Einrichtung wirksam gewährt werden kann".65

      [ MM - Siehe diesbezüglich auch folgendes Fachbuch: "Das Bewahrungsgesetz (1918-1967) - Beiträge zur Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts 42" ( ISBN , 3-16-148204-2 ), von Matthias Willing, erstmalig erschienen 31. Dezember 2003 (umfasst insgesamt 447 Seiten) ]

      Unter Umgehung des Reizwortes 'Bewahrung' hatte damit der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge seine
      seit Jahrzehnten propagierten Bewahrungsvorstellungen endlich gesetzlich verankert. Die Kriterien waren weit genug gefaßt, um die Zwangsunterbringung den sozialpolitischen Erfordernissen jeweils anpassen zu können. Doch bereits nach sechs Jahren mußte die Zwangsunterbringung von 'Gefährdeten' aufgrund einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts wieder aus dem Bundessozialhilfegesetz gestrichen werden. Auf Antrag der hessischen Landesregierung und des Hamburger Senats erklärte das höchste deutsche Gericht 1967 die gemäß § 73 Abs. 2 und Abs. 3 BSHG durchgeführte Zwangsunterbringung von "Gefährdeten" für verfassungswidrig. Das Grundrecht der persönlichen Freiheit sei durch diese Regelung unverhältnismäßig eingeschränkt. Der Staat habe nicht die Aufgabe, seine Bürger zu bessern und habe deswegen auch nicht das Recht, ihnen die Freiheit zu entziehen, nur um sie zu bessern, solange sie sich nicht selbst oder andere gefährdeten.66 Zähneknirschend mußte die öffentliche und private Fürsorge sechs Jahre nach Inkrafttreten des Bundessozialhilfegesetzes zur Kenntnis nehmen, daß der dort umgesetzte Bewahrungsgedanke mit den Grundrechten nicht vereinbar war. Mit dem Paukenschlag der Karlsruher Verfassungsrichter fand die jahrzehntelange Diskussion über ein Bewahrungsgesetz ihr unrühmliches Ende.

      [ MMmeinerseitiger HINWEIS (schon am 15.06.2004) auf dieses Bundesverfassungsgerichtsurteil @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/1961_Bewahrungsgesetz_1918-1967_verfassungswidrig.html ]

      Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts bezog sich explizit nur auf die Zwangsunterbringung von 'Gefährdeten' im Sinn von § 73 BSHG und ließ die fürsorgerechtliche Arbeitshausunterbringung nach § 26 Bundessozialhilfegesetz und die strafrechtliche Arbeitshausunterbringung nach Paragraph
      [ SEITE 345: ]

      42 d StGB unerwähnt.
      67 Doch mit der Feststellung, der Staat habe kein Recht, seine Bürger zu bessern, war inhaltlich auch das Todesurteil über die Arbeitshausunterbringung insgesamt gesprochen, die ja genau diese Besserung zum Ziel hatte. Der Gesetzgeber zog die Konsequenzen, und der Bundestag beschloß im Rahmen des 1. Gesetzes zur Reform des Strafrechts einstimmig mit Wirkung vom 1. September 1969 die Abschaffung der Arbeitshaushaft. Die lange Agonie der strafrechtlichen Arbeitshausunterbringung hatte ihr Ende gefunden.68 1974 wurde schließlich der Paragraph 26 aus dem Bundessozialhilfegesetz gestrichen und damit auch die zwangsweise Arbeitshausunterbringung von "arbeitsscheuen" Sozialhilfeempfängern abgeschafft.69 Bereits ein Jahr zuvor hatte die Große Strafrechtsreform die ersatzlose Streichung des Übertretungsparagraphen 361 StGB gebracht. Seitdem verbietet es das deutsche Strafgesetzbuch nicht mehr, unter Brücken zu schlafen und um Brot zu betteln.


      ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

      Für alle relevanten Fußnoten siehe das
      ORIGINAL @ https://d-nb.info/991735595/34 .


      ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

      Warum aber dauerte es weitere 10 Jahre bevor
      das von der Inneren Mission / Diakonie / Evangelischen Kirche betriebene Arbeiterziehungslager "VOCCAWIND" mit dem ihm angeschlossenen Basaltsteinruch auf dem Zeilberg im vorwiegend katholischen Bayern geschlossen wurde ???

      Und dies auch trotz des seither weiteren vom 30. Januar 1963 gesprochenen Urteils des Bundessozialgerichts
      im Fall der Revision des Klägers [ DIE INNERE MISSION / DIE DIAKONIE / DIE EVANGELISCHE KIRCHE ] gegen das Urteil des Bayerischen Landessozialgerichts vom 3. Dezember 1958, in einem Urteil in dem das Bundessozialgericht diese Revision (am 30.01.1963) eindeutig zurückwies ???

      Ein von mir gefertigter uneditierter diesbezüglicher Bericht,
      in Bezug auf die bayerische evangelische Erziehungseinrichtung "HERZOGSÄGMÜHLE", über dieses Revisionsverfahren, ist, seit Anfang Februar 2015, u.a., hier im Internet zu finden @ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?p=820#p820 !!!

      Wie konnte es trotzdem dazu kommen, dass
      das Arbeitserziehungslager "VOCCAWIND" so lange bis Ende 1979 weiter bestehen blieb und weiter in Betrieb bleiben konnte ???


      .
      #endlichEntschaedigung
      #Schadensersatz
      #compensationnow
      #AlmosenNeinDanke
      .

    • Martin MITCHELL hat einen neuen Beitrag "Erfahrungen mit der Kirche" geschrieben. 12.01.2020

      .
      ● Noch so eine evangelische Fürsorgehölle – "Voccawind" mit Steinbruch für die jugendlichen Zwangsarbeiter.

      Bezüglich dem Basaltsteinbruch auf dem Zeilberg in Voccawind bei Maroldsweisach, in Unterfranken, Bayern, Bundesrepublik Deutschland und dem dort von 1948 bis 1979 bestehenden bundesrepublikanischen Arbeitserziehungslager betrieben von der Inneren Mission / Diakonie / Evangelischen Kirche.

      Bundesregierung und Kirche wissen genau um was es hier geht :
      [ Siehe SEITE 3 @
      https://www.veh-ev.eu/wp-content/uploads/2019/09/archiv4.pdf (Umfang dieses Vereinsarchivs insgesamt 33 Seiten) : ]

      » [ VEH e.V.: ] Tatsächlich: Man darf in der DDR erzwungene Arbeit "Zwangsarbeit" nennen
      Sun, 25 Dec 2016 14:38:45, admin,
      Martin Mitchell hat dies für uns aufgespürt: «

      Er selbst gab dies ebenso schon wieder in seinem eigenen Forum, dem
      EHEMALIGE-HEIMKINDER-TATSACHEN.COM-Forum, am Montag, 12. Dezember 2016, 02:59 Uhr :


      Zitat
      .
      [ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?p=1258#p1258 : ]

      Die Bundesrepublik zeigt anklagend mit dem Finger auf die DDR

      Das Leben der Heimkinder in der Deutschen Demokratischen Republik

      QUELLE: Berliner Morgenpost @ http://www.morgenpost.de/politik/article208927127/Zwangsarbeit-im-Kinderheim.html :

      Zitat
      .
      BERLIN

      Zwangsarbeit im Kinderheim

      Eine neue Studie der Bundesregierung zeigt, wie die DDR Kinder und Jugendliche ausbeuten ließ

      Von Christian Kerl

      09.12.2016, 03:00

      Berlin. Sie wurden schikaniert, geschlagen, eingesperrt und gedemütigt:
      Hunderttausende Heimkinder in der DDR haben zum Teil gravierendes Unrecht erlebt. Vor allem in Einrichtungen der Jugendhilfe zur "sozialistischen Umerziehung" herrschten rabiate Methoden, unter denen viele Opfer bis heute leiden. Jetzt belegt eine neue Studie im Auftrag der Bundesregierung besonders schlimme Auswüchse: In den Heimen wurden Kinder und Jugendliche teilweise systematisch zur Zwangsarbeit herangezogenunter Strafandrohung und ohne ausreichende Rücksicht auf Alter und Gesundheit.


      Sogar als Leiharbeiter in der Industrie wurden Heimkinder eingesetzt: Wenn Betriebe die Leistungen des Fünfjahresplans nicht erfüllen konnten oder für den Westexport produzierten, "wurden Jugendliche von ihren Heimeinrichtungen regelrecht verliehen". Den erschütternden Bericht hat [ das evangelische ] Deutsche Institut für Heimerziehungsforschung [ an der Evangelischen Hochschule Berlin ] erarbeitet, er wird am Sonnabend bei einer Fachtagung in Berlin vorgestellt. Dieser Zeitung liegt die Studie "Zwangsarbeit/erzwungene Arbeit in den Einrichtungen der DDR-Jugendhilfe" in Auszügen bereits vor. Auftraggeber sind das Bundeswirtschaftsministerium und die dort angesiedelte Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke. Die Thüringer SPD-Bundestagsabgeordnete sagt: "Die Studie zeigt ganz deutlich: Die DDR hat es zugelassen, dass Kinder und Jugendliche ausgebeutet wurden."

      [ ……… ]
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      #endlichEntschaedigung
      #Schadensersatz
      #compensationnow
      #AlmosenNeinDanke
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    • Martin MITCHELL hat einen neuen Beitrag "Erfahrungen mit der Kirche" geschrieben. 11.01.2020

      .
      ● Noch so eine evangelische Fürsorgehölle – "Voccawind" mit Steinbruch für die jugendlichen Zwangsarbeiter.

      Bezüglich dem Basaltsteinbruch auf dem Zeilberg in Voccawind bei Maroldsweisach, in Unterfranken, Bayern, Bundesrepublik Deutschland und dem dort von 1948 bis 1979 bestehenden bundesrepublikanischen Arbeitserziehungslager betrieben von der Inneren Mission / Diakonie / Evangelischen Kirche :

      DIE LEIDEN EINES JUNGEN MANNES IN EINEM ERZIEHUNGSHEIM IN DEN SECHZIGER JAHREN :

      QUELLE (Erstmalig im Internet veröffentlicht am 08.01.2020): Vereinswebseite des Vereins ehemaliger Heimkinder e.V. @ https://www.veh-ev.eu/voccawind-maroldsweisach/ :

      ( HINWEIS: Auch mir, dem Australier Martin Mitchell, wurde dieser Bericht von dem Urheber/Herausgeber in Deutschland –
      zur uneingeschränkten Weiterverbreitung – nach Australien zugesandt. ----- Die Fotos im unmittelbar vorhergehenden meinerseitigen Beitrag hier in diesem Thread gehören mit dazu. )


      Zitat
      .
      [ SEITE 1: ]

      [ Ersterscheinungsdatum dieses Berichts: 2012 / 2013 ]

      Wenn wir Kinder in den fünfziger und sechziger Jahren nicht so parierten, wie die Erwachsenen wollten, war stets der Satz zu hören: „Wenn du nicht brav bist, kommst du nach Voccawind!“ Dies hatte zur Folge, dass wir schleunigst artig waren, denn das dortige Erziehungsheim auf dem Zeilberg war gefürchtet. Willi Hammer aus Wasserburg am Inn erinnert sich in dem nachfolgenden Aufsatz an seine Zeit im Erziehungsheim Voccawind, heute Ortsteil von Maroldsweisach.
      Er schrieb eingangs: „Ich bemühte mich nichts zu übertreiben oder zu schmälern und nur meine Wahrnehmungen wiederzugeben. Und ich war überrascht, wie stark mich das Geschehene noch heute, also 47 Jahre später berührte. Bei der Niederschrift mancher Passagen kamen mir sogar Tränen.“ (Willi Hammer)


      Zitat
      .
      Willi Hammer

      „Der Steinbruch war die Hölle!“

      Die Leiden eines jungen Mannes in einem Erziehungsheim in den sechziger Jahren

      Voccawind, 28. Januar 1965 - „Guten Morgen. Aufstehen, alle Fenster auf, hier stinkt's!“ So oder ähnlich wurde an jenem Tag in aller Herrgottsfrühe in den Schlafsaal des Erziehungsheims auf dem Zeilberg beim Voccawind gebrüllt. Ich hatte in dieser Nacht nur wenig geschlafen, denn es war meine erste Nacht in dem großen Schlafsaal. Die Geräusche der anderen Zöglinge um mich herum ließen mich lange nicht einschlafen und sorgten auch für mein baldiges Erwachen, lange vor dem „Weckruf“ des Erziehers.

      Obwohl ich schon länger wach auf dem eisernen Bett lag, mit einer alten, braunen Wolldecke zugedeckt, wurde mir erst durch das diffuse Licht der Glühbirnen an der Saaldecke, die mittlerweile den Raum in seiner ganzen Trostlosigkeit erkennen ließen, nach und nach meine Situation deutlich. Es war also kein Traum, der mir das alles vorgaukelte. Es war echt. Und auch die zweite Ansage des Erziehers, seiner Aufforderung Folge zu leisten, ließ den Rest meiner Zweifel schwinden.

      Schnell sprang ich aus dem Bett. Ich weiß noch, dass ich mich strecken musste, um das Fenster neben meiner Schlafstätte zu erreichen, da ich nur 167 cm groß war und die Fenster allesamt weit oben angebracht waren. Die schneidend kalte Luft, die schon bald spürbar in den großen Schlafsaal strömte, ließ auch mich frösteln. Ich war Kälte gewohnt. Daheim in „meinem“ Bett, das ich „nur“ mit Opa teilen musste (meine drei Schwestern schliefen zu dritt in einem Bett), war es zwar auch so kalt, dass die Außenmauern der Schlafkammer im Winter des Öfteren mit einer Eisschicht bedeckt waren, aber in diesem riesigen Raum hier auf dem Zeilberg herrschte nun eine Eiseskälte, als stehe man an diesem Januarmorgen des Jahres 1965 im Freien.

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      Die verschlissene „Heim-Kleidung“, die ich nach meiner Ankunft am Vortag im Austausch für meine abgenommene Kleidung erhielt, hing ja noch an einem Haken nahe des Waschraums. Diese vermochte mich, wie ich bald erfahren durfte, nicht zu wärmen. So war ich froh, endlich vom Erzieher mitsamt den anderen ca. 70 Zöglingen, alle nur mit Unterhosen bekleidet, in den Waschraum geführt zu werden.

      In der Vorfreude, mich gleich mit warmem Wasser waschen zu dürfen, betrat ich den länglichen Waschraum, um gleich darauf auch schon am anderen Ende desselbigen auf dem Boden vor der gefliesten Wand gegenüber des Eingangs zum Liegen zu kommen. Eine gewaltige Ohrfeige und ein oder zwei wuchtige Schläge auf meine Brust hatten mich durch den gesamten Waschraum „schlittern“ lassen. Zugeschlagen hatte der damals „Heimstärkste“, der Kaufmann Charlie. Er wollte damit sicherstellen, dass ich nicht wieder, wie am Vorabend unbewusst, als erster aufstand, als das Fernsehgerät vom Erzieher ausgeschaltet und wir zum Zubettgehen aufgefordert wurden. Dieses und andere „Vorrechte“ verteidigte der sog. „Heimstärkste“ gegenüber jedem Zögling. Ich wollte am Abend vorher keinesfalls Kaufmann Charlie provozieren, ich wollte nur ins Bett, um den ganzen Albtraum im Schlafe zu vergessen. So den Anblick des verletzten Zöglings, der bei meiner Ankunft im Erziehungsheim Voccawind blutüberströmt wimmernd in einer Mauernische neben der Eingangstüre lag. Der junge Kerl war im Steinbruch von einem herabfallenden Stein verletzt worden. Der Arzt sei schon informiert, ließen die um den Verletzten herumstehenden Zöglinge Heimleiter Plietsch sen. wissen, als dieser mit mir am Vortag hier ankam, nachdem er mich in Bamberg abgeholt hatte.

      Der Beginn des Leidensweges

      Zwei junge Männer hatten mich am 27. Januar 1965 aus der Wohnung meiner Mutter in München-Laim geholt, als ich mich anschickte, zur Arbeit zu gehen. Ich lernte damals Versicherungskaufmann. Sie sagten, ich hätte nun in der Landwirtschaft zu arbeiten, bis meine „Sache“ geklärt sei. Von Plietsch wurde mir auf der Fahrt von Bamberg nach Voccawind mitgeteilt, dass ich in einem Steinbruch zu arbeiten hätte, was mir ebenso unverständlich wie Arbeiten in der Landwirtschaft war. Für mich war unverständlich, dass so ein schmächtiger Kerl wie ich es war, bestenfalls in einem Steinbruchbüro, falls es ein solches gäbe, etwas zu suchen hätte.

      Das mit dem Verstand ist so eine Sache. Ich hatte ja anscheinend schon damals davon mehr, als die Verantwortlichen in Voccawind. Ich wusste damals schon, dass Bettnässer – ich war bis etwa zur zweiten Klasse in der Volksschule selbst einer – nicht dadurch von ihrer meist psychischen Störung befreit wurden, indem man sie, wie in Voccawind geschehen, zum Schlafen in enge, geflieste Zellen sperrte, damit sie nicht die normalen Betten benässten, um sie dann, wenn sie darin uriniert hatten, mit einem starken, kalten Wasserstrahl aus dem „Käfig“ zu spritzen. Ja, und weil es für manche Erzieher so lustig war, durfte jeder der zufällig vorbeikommenden Zöglinge ihr Werk begaffen.

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      Ich verstand ja auch, dass es nicht zeitgemäß war, seinen Durst aus den Spülkästen der Toiletten zu stillen, da an heißen Tagen immer der in Aluminiumblechkannen gefüllte Tee schnell zur Neige ging. Die „Fleischbeilage“ im selbigen ( Mücken, Fliegen, Käfer) hingegen, die oft massenhaft auch den Tee genossen, schwammen bei Zeiten obenauf. Da war ja das Toilettenwasser noch ansprechender.

      Doch mit Verstand wurde in Voccawind falsch umgegangen. Dort war man noch 1965 der festen Überzeugung, dass man die jungen Leute nur zur Arbeit zwingen müsse, und sei es im Steinbruch, dann würde schon was aus ihnen werden. Ja, und da wurde dann was aus uns. Da wurden wir dann geformt – nachhaltig geformt! Mein Orthopäde hat es mir bestätigt und meine schweren Bandscheibenvorfälle erinnern mich noch heute nachhaltig und vor allem schmerzhaft an meine „Formgeber“. Deren Verstand sagte ihnen damals anscheinend nicht, dass jugendliche Körper niemals mit solch harten Arbeitsprozessen in Berührung kommen dürfen. Und die Erzieher, besser die Erzwinger, konnten sich anscheinend auch nicht vorstellen, dass körperliche Überbelastungen bei so jungen Menschen sich später in Folgeschäden umwandeln würden.

      Die Schläge im Waschraum des Erziehungsheims der Inneren Mission hinterließen keine Folgeschäden. Sie waren jedoch erst der Anfang einer Quälerei unvorstellbaren Ausmaßes für mich. Ich hatte vorher noch nie ernsthaft gerauft. Und außer einer blutenden Nase hatte ich bis dahin noch keine schlimmeren Verletzungen gesehen, es sei denn bei Verkehrsunfällen. Doch da konnte man wegschauen. In Voccawind ging das jedoch nicht. Da war man mittendrin. Da musste man „Farbe bekennen“, da konnte man nur für den einen oder den anderen sein. Da waren blutige Nasen nebensächlich. Gebrochene Rippen, ausgeschlagene Zähne und all die anderen Blessuren, die durch brutalste Schläge hervorgerufen werden, waren dort fast alltäglich.

      Immer und immer wieder maßen die vermeintlich Starken ihre Kräfte. Und diese Zöglinge hatten keinerlei Hemmungen, ihren Kontrahenten Schmerzen zuzufügen. Und niemals vorher hätte ich es für möglich gehalten, dass sich Menschen so etwas gegenseitig antun würden. Und niemals vorher hätte ich es für möglich gehalten, dass ich solche Machenschaften akzeptieren würde. Ja, ich habe nach einiger Zeit das „Faustrecht“ anerkannt. Ja, ich habe mich dessen sogar bedient. Ich habe den Kaufmann Charlie als „Rauchpartner“ angeheuert.

      „Rauchpartner“ wurden die Zöglinge genannt, mit denen man Übereinkommen zum gegenseitigen Nutzen abschloss. Der Stärkere der Partner verdingte sich vom anderen, mehr oder weniger von dessen monatlichen „Einkauf“, indem er ihm bei Übergriffen anderer Zöglinge half oder indem er ihm bei der schweren Arbeit im Steinbruch zur Hand ging, damit auch dieser die geforderte Menge von Loren mit den schweren Basaltsteinen beladen konnten. In der Regel bestand die „Bezahlung“ aus Zigaretten oder Süßigkeiten, die man im Heim, einmal monatlich, in kleinen Mengen erwerben konnte.

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      Ich entlohnte Kaufmann Charlie mit einer Schachtel Zigaretten. Das war für mich keine besondere Entbehrung, da ich Nichtraucher war. Dass mir aber deswegen das Geld für Süßigkeiten, welche ich gerne gehabt hätte, fehlte, war mein trauriges Los. Doch was sollte ich tun? Ich war ein kleiner, schmächtiger Junge, gerade mal 17 Jahre und 2 Tage alt, als ich aus meinem bisherigen Leben gerissen wurde. Und nun sollte ich schwere Basaltsteine in eine hohe Lore stemmen, die meist schwerer als ich selbst waren. Ich konnte anfangs die meisten Steinbrocken nicht einmal bewegen, geschweige denn hochheben. Also brauchte ich jemanden, der mir dabei zur Hand ging. Und Kaufmann Charlie ging mir zur Hand. Mit ihm schaffte ich es, die erforderliche Anzahl von Loren zu bestücken. Somit war auch das immer in Frage gestellte Abendessen gesichert. Und somit bekam ich von Tag zu Tag mehr Kraft und konnte nach einigen Wochen auf die Hilfe meines „Rauchpartners“ verzichten.

      Doch damit war die Welt auch nicht in Ordnung. Denn ohne Charlies Hilfe war ich nun vor den Attacken der anderen „Starken“ nicht mehr sicher. Also musste ich mich selbst verteidigen. Dies widersprach zwar meiner Erziehung (Opas Ratschlag lautete: Probleme löst man mit Verstand), es musste aber in dem einen oder anderen Falle einfach sein. Als ich dann einmal meine Hemmungen vollkommen überwand und einen der „Platzhirsche“ die „Luft raus ließ“, hatte ich anschließend meistens meine Ruhe.

      Ich wünsche, niemand möge jetzt denken: Ja, wenn man nach ein paar Wochen Plagerei schon im Steinbruch klar kam, konnte es nicht so hart gewesen sein. Oh doch! Der Steinbruch war die Hölle! Es war nicht das frühe Wecken und das kaum ausreichende Frühstück, da sich die Stärkeren, wie bei allen anderen Mahlzeiten auch als erste „bedienten“, ja mitunter bedienen ließen. Der immer mit im Speisesaal anwesende Erzieher bemängelte dies jedoch äußerst selten.

      Ganz schlimm war die Heimkleidung, die mir persönlich arg zu schaffen machte. Geflickte Kleidung war der Zeit angemessen. Wir waren vier Kinder zu Hause und Oma kam kaum mit Sockenstopfen und Hosenflicken und dergleichen nach. Aber was Oma flickte, kratzte hernach nicht. Die Heimkleidung kratzte überall. Nicht nur, weil sie mir immer zu groß war. Beim Wäschewechsel, ich glaube wöchentlich einmal, wurde meine Beschwerde in dieser Sache ignoriert. Schlimmer als das Jucken war aber, dass mich weder Hose noch Jacke wärmte.

      Die harte Arbeit im Steinbruch

      Ich fror schon beim Marsch nach „Abbessinien“, so nannten wir den Abschnitt im Steinbruch, in dem ich mich einzufinden hatte. Andere Zöglinge arbeiteten in „Korea“ oder der „Mandschurei“, wie wir die Steinbruchabschnitte unter uns Zöglingen nannten. Ich fror, obwohl ich schon auf dem Weg zum Arbeitsplatz ganz schön in Bewegung war. Es mochte etwas mehr als ein Kilometer gewesen sein, der zurückgelegt werden musste. Doch den lief ich und gar manch anderer „Schwächling“ anfangs fast immer doppelt. Die stärkeren machten sich einen Spaß daraus, uns die verschlissenen Mützen vom Kopf zu schlagen und hinter sich zu werfen.

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      sich zu werfen. Wir „Sklaven“ durften diese dann immer wieder holen. Beim Heimgehen, ging es dann wesentlich schneller. Da sollten wir noch bevor der markante Dauerton einer Sirene die Sprengungen im Steinbruch anmahnte, im Heim angelangt sein, denn es konnten uns ansonsten Gesteinsbrocken treffen. Einen Schutzhelm, geschweige denn Schuhe mit Stahlkappen, die dort zwingend nötig gewesen wären, waren anscheinend noch nicht erfunden. Man schrieb ja erst das Jahr 1965.

      Die Arbeit im Bruch war ebenso schwer wie eintönig. Man hatte große, massive Eisenloren mit den vorher aus den Steinbruchwänden gesprengten Basaltbrocken (ich hielt sie damals für Granitsteine) zu füllen. Die Steine wurden zu Uferbefestigungen gebraucht und durften daher nicht zu leicht sein. Für mich waren alle Brocken schwer, die meisten zu schwer. Ganz große Steine wurden von Baggerfahrer Dieter mit der mächtigen Baggerschaufel bearbeitet bis sie brachen. Gar mancher, dabei wegsplitternde „Blindgänger“, traf mitunter uns Zöglinge.

      Nun, damit konnten wir leben. Nicht leben konnte ich mit der Gefahr, welche von dem Gestein ausging, das nach einer Sprengung vom Frost noch in der Wand gehalten wurde. Von diesen Brocken ging die größte Gefahr aus. Nicht selten lösten sich diese, wenn die Wintersonne, meist gegen Mittag, etwas intensiver ihre wärmenden Strahlen auf die an die zwanzig Meter hohen Bruchwände warf. Da half nur selten ein Sprung zur Seite und es war einfach Glück nötig. Es ist wie ein Wunder, dass keiner in der Zeit, in welcher ich im Steinbruch arbeiten musste, vom Gestein erschlagen wurde. Verletzte gab es hingegen immer wieder. Ich spreche nicht von kleineren Blessuren wie Quetschungen, Hautabschürfungen und anderen Nichtigkeiten. Ich spreche auch nicht von den Schmerzen, die ich mir immer wieder einhandelte, als ich die schweren vollen Loren, unter Einsatz aller meiner Kräfte anschob, damit diese vor zum „Transport-Berg“ rollten, wo sie dann nach unten glitten und mit ihrer Energie zeitgleich leere Loren auf einem Gegengleis hochzogen. Meine Aufgabe war dann, diese Loren abzukoppeln und vor zur Wartestelle zu schieben. Mein Problem waren meine Handschuhe. Ich nannte sie „Lumpen“. Nichts anderes waren diese nämlich. Es waren aneinander genähte Wollteile, total verschlissen, dünn und löchrig wie ein Schweizer Käse. Und durch diese Löcher hindurch berührte meine Haut zwangsläufig die eiskalten eisernen Loren. Und nicht selten klebten meine Hände anschließend an ihnen. Um nicht den Transportberg hinabgerissen zu werden, musste ich meine Hände dann immer von dem kalten Metall losreißen. An manchen Tagen hinterließ dies Wunden bis aufs Fleisch.

      Doch Fleischwunden verheilen irgendwann. Nicht verheilt und nie verheilen wird die Wunde, die mir nach Ostern 1965 ins Herz gerissen wurde. Es war die Nachricht meiner Schwester, die sich in einem Brief verwundert darüber äußerte, dass ich nicht zu Omas Beerdigung gekommen sei. Meine Oma war in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag 1965 verstorben. Dieser Brief meiner Schwester, den mir Herr Plietsch, einige Wochen nach Ostern in seinem

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      Büro vorlas, ließ meine Welt einstürzen. Ich finde auch heute noch keine Worte, um meine damalige Verfassung zu beschreiben. Ich war nur fertig mit der Welt. Mit der verlogenen Welt der Erwachsenen. Mit den Schönrednern, die es ja nur gut mit uns Jugendlichen meinten und die sich in Wirklichkeit einen Dreck um unser Schicksal scherten. Wie war es möglich, dass eine kirchliche Einrichtung, die Innere Mission – Träger des Erziehungsheims Voccawind, im 20. Jahrhundert erlaubte, ja erzwang, dass Jugendliche Zwangsarbeit im Steinbruch zu leisten hatten? Dass Kinder nicht zur Beerdigung ihrer Großeltern durften, da die eigene Mutter dies durch Nichtinformation verhinderte? Oder hatte es das Stadtjugendamt verboten, dass ich am Grab meiner Oma trauern und von ihr Abschied nehmen durfte? War ich ein Schwerverbrecher?

      Keine Schwierigkeit bereitete es, bei Nacht aus dem Heim zu schleichen und sich aufzumachen zu Omas Grab auf dem Westfriedhof in München. Schwer war allerdings der Weg. Die Fetzen, die wir als Heimkleidung erhielten, waren nicht für Märsche dieser Art geeignet. Nicht nur, dass man in solcher Bekleidung gleich überall aufgefallen wäre, nein, sie ließ auch die Kälte der Nächte bis auf die Knochen durchkommen. Und nur nachts konnte man es riskieren zu laufen, tagsüber wäre man bestimmt nicht lange unentdeckt geblieben. Entdeckt wurde ich dann bei Nürnberg und sofort ins Heim zurückgebracht. Die Hiebe beim Spießrutenlaufen schmerzten weniger als die Gewissheit, jetzt lange keine Chance mehr zu haben, Omas Grab zu besuchen.

      Mein Entweichen hatte weiter keine schwerwiegenden Folgen. Ich durfte nach wie vor an Samstagen die Autos von den Herren Plietsch jun. und sen. waschen und polieren und erhielt dafür auch immer eine Kleinigkeit. Als dann später Plietsch jun. heiratete, überließ mir das Brautpaar Tage nach der Hochzeit einen großen Teil ihrer Hochzeitstorte mit den Worten: Ich dürfe sie alleine genießen oder ich könne mit den anderen teilen. Ich habe den weitaus größeren Teil des kostbaren Geschenkes dann selbst genossen.

      Nie hätte ich es für möglich gehalten, dem Heimleben auch etwas Positives abzuringen, aber mit der Zeit musste ich erkennen, dass ich nicht mehr Tag und Nacht ans Abhauen dachte. Es fiel zwar wahnsinnig schwer, sich vorzustellen, dass man hier ausharren sollte, bis man volljährig würde (damals [in der Bundesrepublik Deutschland] mit 21 Jahren), doch vielen der Insassen ging es ja genauso. Sie kamen auch aus kaputten Familien, doch wir verstanden es, uns untereinander Mut zuzusprechen. Da vergaß man schon mal meine Sehnsucht nach Oma, die ja leider schon verstorben war.

      Die Wende zum Guten

      Oma und Opa waren für mich meine wirklichen Eltern. Sie haben meine drei Schwestern und mich anständig, auch unter den widrigsten Umständen, erzogen. Nicht meine Mutter, die, kaum dass ich zwei Jahre alt war, schon wieder geschieden war, die mehr oder weniger nur spätabends von der Arbeit kam und die wir Kinder, wenn überhaupt, nur an den Wochenenden zu sehen bekamen. Aber auch an den Wochenenden sorgten meine Großeltern sich

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      rührend um uns Kinder, da Mutter ja zum Eisessen in den Königshof am Stachus musste oder mit irgendeinem Verehrer ein Picknick in den Isarauen genoss.

      Meine letzten Monate in Voccawind wurden spannender. Ich kam wieder mit „normalen“ Menschen in Kontakt. Die Zöglinge, die sich gut geführt hatten, durften nämlich plötzlich auswärts arbeiten. Mein erster Einsatz war bei der Fa. Kugelfischer, nahe Ebern. Dort wurde ich aber, ich weiß nicht warum, nur ca. eine Woche beschäftigt. Ich wurde dann bei der Fa. Gaudlitz in Coburg gebraucht. Anfangs fiel es mir schwer, mit den Frauen und Mädchen am Arbeitsplatz mitzuhalten. Viel zu ungeschickt waren meine, mittlerweile an schwerste Arbeiten gewohnten Hände, für die jetzt abverlangte, feinfühlige Schleiferei von Plastikgebilden, die vor Ort in den Pressen gefertigt wurden und deren „Grate“ ich nun abzuschleifen hatte.

      Bald schon waren meine Finger mit Wasserblasen jeglicher Größen versehen. Meine im Steinbruch erworbene Hornhaut bot nur kurzfristig dem Schleifpapier die Stirn. Und als ich dann nach ca. zwei Wochen den Bogen raus hatte und eben so schnell wie die hübsche Blonde, am Arbeitstisch neben mir, die Plastikteile zu entgraten vermochte, genierte ich mich auch nicht mehr wegen meiner derzeitigen Herkunft. Ja, ich habe mich anfangs sogar geärgert, als ein junger Schlosser „meine“ Vorarbeiterin bat, sie möge doch einen Arbeiter zu seiner Unterstützung kurzfristig abgeben und deren Wahl dann auf mich fiel.

      Ich arbeitete an diesem Tag mit den Bauschlossern und fand dann auch schnell Gefallen an dieser Tätigkeit und so wurde dies noch am selben Tag, nach Absprache mit mir, nun meine feste Stelle bei der Fa. Gaudlitz. Am meisten gefiel mir das Arbeitsklima in der Bauschlosserei. Es war ein toller Haufen. Und innerhalb kürzester Zeit war ich bei den Schlossern beliebt. Sie lobten meinen Einsatzwillen und waren überrascht von meiner Auffassungsgabe. Sie hätten einem „Kaufmannslehrling“ niemals ein solches Geschick in ihrer Branche zugetraut. Die Schlosser ließen mich nicht einmal spüren, ich sei ein Zögling, nein, sie behandelten mich eher wie einen Lehrbuben. Sie zeigten mir alles geduldig und lehrten mich vieles. Ich durfte Schweißen, Löten, Bohren und alles andere, außer Argon-Schweißen. Die Zeit in der Bauschlosserei der Fa. Gaudlitz in Coburg war die „schönste“ Zeit in meiner Voccawind-Ära. Unter den Schlossern fühlte ich mich sofort sehr gut aufgehoben. Sie waren unvoreingenommen mir gegenüber und verstanden es, mir Mut für meine Zukunft zu geben. Ohne diese hervorragenden Menschen wäre mein späteres Leben vielleicht anders verlaufen. Sie stellten mich nicht in Frage. Sie halfen mit Worten und Taten. Gar manche Brotzeit teilten sie mit mir.

      Heute bin ich verheiratet, habe eine Tochter und zwei Söhne. Alle meine Kinder haben studiert und eine, so denke ich, schöne Kindheit und Jugendzeit erlebt und stehen vor einer passablen Zukunft. Und irgendwie haben die Schlosser der Fa. Gaudlitz im Jahre 1965 positiv dazu beigetragen. Und, obgleich sie Schlosser waren, verstanden diese Männer mehr von Pädagogik als so mancher Verantwortliche im Erziehungsheim in Voccawind, der Gleiches mit Gleichem

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      vergalt, also Schläge mit Schlägen. Nun, eine kirchliche Einrichtung entschied halt noch im 20. Jahrhundert nach „Aktenlage“: Auge um Auge, Zahn um Zahn!

      Denn als ich schließlich im Dezember 1965 wegen guter Führung aus der „freiwilligen Erziehungshilfe“, wie der offizielle Status damals lautete, vorzeitig entlassen wurde, wurde ich nur mit einem dunkelblauen Anzug, einem weißen Hemd und einer silberfarbigen Krawatte, sowie in leichten Halbschuhen nach Hause geschickt. Einen Mantel, der in der Kleiderbestandsliste des Heimes eingetragen war und der das zur Jahreszeit passende Kleidungsstück gewesen wäre, konnte man mir ja schließlich nicht aushändigen, da es diesen ja auch nie gab. Ich betrat nämlich Voccawind im Januar 1965 ohne Mantel. Es gab ihn genau so wenig, wie mein in dieser Liste eingetragenes Geburtsjahr, denn ich war ein Jahr später geboren [ Jg. 1948 ]. Aber sorgfältigste Dokumentation sollte gerade Pädagogen nicht fremd sein, entscheiden doch viele von diesen „Halb-Göttern“ nach Aktenlage.

      Noch heute frage ich mich, wie diese Entscheidungsträger mit mir umgegangen wären, wenn ich 1965 eine Riesendummheit gemacht hätte. Eine Verfehlung, vor der mich das Schicksal aber Gott sei Dank verschonte. In der Mansarde eines großen Backsteingebäudes in der Schweren Reiterstrasse in München war damals ein Jugendgefängnis, in das ich am Morgen des 27. Januar von zwei Herren des Stadtjugendamtes verbracht wurde. Ich sollte dort bis Mittag bleiben, dann würden sie mich ins Jugendamt bringen, wo mein „Fall“ dann bearbeitet würde, hieß es. Nur, die Männer kamen nicht mehr. Mittags brachte dann ein junger Bursche das Mittagessen für uns neun Gefangene. Am Nachmittag beschlossen dann einige der eingesperrten Jugendlichen, den jungen Mann, wenn er das Abendessen brächte, zu überwältigen und abzuhauen. Auch mich fragten sie, ob ich mitmachen würde. Und ich habe zugestimmt, denn ich wollte aus dem Gefängnis hinaus, in dem man mich festhielt, obwohl ich nichts gemacht hatte. Ich hatte lediglich meine Schwester verteidigt, als sie von einem der vielen „Freunde“, sprich Freier, meiner geschiedenen Mutter brutal verprügelt wurde, weil sie ein von ihm angeordnetes Treppenputzen erst Stunden später ausführen wollte. Meine Schwester wollte erst ihren späteren Mann in der Kaserne in Landsberg am Lech besuchen, da später kein Zug mehr gefahren wäre.

      Doch das Schicksal konnte damals auch gnädig sein. Am Abend des 27. Januar 1965 brachte nicht der Junge, sondern der Vater des jungen Burschen das Abendessen für die Inhaftierten im Jugendgefängnis. Und den traute sich, Gott sei Dank, keiner zu überwältigen. Wer weiß wie sonst mein Leben verlaufen wäre.

      Meine Zeit in Voccawind war schlimm. Doch was ist das im Vergleich zu den Zöglingen, die ihr Leben in oder durch Voccawind verloren, denen die Minen an der nur ein paar Kilometer hinter dem Steinbruch liegenden damaligen Zonengrenze ihr junges Leben raubte oder deren Glieder verstümmelte oder zerfetzte. Der Verlauf der Grenze war damals bekannt. Der Freiheitsdrang der Jugend auch. Auch Euch? Wer fühlt sich hierfür verantwortlich? Wer,

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      ihr Jugendamtsmitarbeiter, ihr Verantwortlichen in der Inneren Mission und ihr Erzieher, so frage ich mich noch heute? Beschämend und erniedrigend war das Verhalten vieler Einwohner, die ihre Kinder von den Straßen holten und dann die Häuser versperrten, ja selbst die Fensterläden schlossen, wenn wir z.B. am Sonntag zum Kirchgang kamen.

      Abschließend darf ich noch den Interneteintrag eines ehemaligen Heimzöglings zitieren. Er schrieb: „Hallo aus USA. Ich habe von 1960 bis 1963 im Erziehungsheim Voccawind verbracht. Das waren die drei schlimmsten Jahre meines Lebens. Schlimmer als mein Jahr in Vietnam beim amerikanischen [Militär]; [obwohl] ich den [Vietnam-]Krieg schwerverletzt überwunden habe.“

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      BU

      Info-tafel
      An das ehemalige Erziehungsheim der Inneren Mission erinnert heute auf dem Zeilberg bei Maroldsweisach/Voccawind am sog. „Steinerlebnispfad“ eine Info-tafel.

      Hammer-Familie
      Willi Hammer mit seiner Familie (Ehefrau Christine, die Söhne Robert und Michael und Tochter Melanie) 1997.

      Maro[oldsweisach]-Zeilberg 1935
      Die jungen Burschen mussten im Steinbruch auf dem Zeilberg schwer arbeiten. Erhebliche gesundheitliche Probleme waren die Folgen dieser unmenschlichen Plagerei.

      VOCCAWIND ERZIEHUNGSHEIM ALBERT ERZIEHUNGSHEIM
      Das Erziehungsheim auf dem Zeilberg bei Voccawind. Gerhard Schmidt aus Ermershausen stellte die historischen Fotos zur Verfügung.

      VOCCAWIND ERZIEHUNGSHEIM ALBERT KÖNIGSSEE 2012 06 13 03
      Der sog. „Königssee“ auf dem Zeilberg, der als Folge der Basaltausbeutung entstand – im Hintergrund das Erziehungsheim Voccawind.

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      Wir [d.h., der Verein ehemaliger Heimkinder e.V. (VEH e.V.) und seine Mitglieder] danken Herrn Hammer für seinen eindrucksvollen Bericht, der veröffentlicht wurde in dem Buch von Reinhold Albert „Heimatjahrbuch Rhön-Grabfeld 2013“, 2013. Herrn Albert danken wir ebenfalls für die freundliche Genehmigung, diesen Bericht auf unsere Webseite setzen zu dürfen. [ @
      https://www.veh-ev.eu/voccawind-maroldsweisach/ ]

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      Übrigens soll jeder wissen: Dieser Bericht wurde damals ( 2012 / 2013 ) auch an die Zeitungen im Landkreis Haßberge, wo Voccawind liegt, geschickt – sie hatten aber kein Interesse an einer Veröffentlichung!!! ----- Schweigen im Walde!!! ----- Keine Zeitung hat es gebracht!!!

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      #endlichEntschaedigung
      #Schadensersatz
      #compensationnow
      #AlmosenNeinDanke
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    • Martin MITCHELL hat einen neuen Beitrag "Erfahrungen mit der Kirche" geschrieben. 08.01.2020

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      ● Noch so eine evangelische Fürsorgehölle – "Voccawind" mit Steinbruch für die jugendlichen Zwangsarbeiter.

      Man vergleiche auch :

      Manuelle Schotterherstellung für den Straßenbau in einem weiteren von der Diakonie in den Nachkriegsjahrzehnten mit Zöglingen und Psychiatriepatienten betriebenen Steinbruch in Eben-Ezer in Lemgo, im nordosten von Nordrhein-Westfalen :

      QUELLE: https://de.wikipedia.org/wiki/Lemgo :


      Zitat
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      Lemgo ist eine Hochschulstadt mit 41.000 Einwohnern. Sie ist die drittgrößte Stadt des Kreises Lippe und liegt 25 Kilometer östlich von Bielefeld [ und 70 km westlich von Hannover ] mitten in der Region Ostwestfalen-Lippe. Die Stadt gehört zum Regierungsbezirk Detmold im Nordosten von Nordrhein-Westfalen.
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      QUELLE: HEIMSEITE.EU @ http://www.heimseite.eu/Pressetexte%202006.html :

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      [ Erstmalig veröffentlicht so ungefähr im Dezember 2006 ] An die Erziehung durch Arbeit, ganz im Geiste der Arbeitserziehung im Dritten Reich erinnert sich Wolfgang Focke noch gut, [und er erzählt:] "Anfang der sechziger Jahre: Im Sommer acht Stunden Schuften in der Landwirtschaft. Im Herbst im Steinbruch mit primitiven Mitteln, mit dem zehn Kilo schweren Hammer von Hand Steine schlagen, dann mit der Brechstange und Eisenkeilen. Wir mussten große Felsbrocken aus der Wand brechen, andere Jugendliche mussten sie zu Schotter verarbeiten."
      [ das war imMeierhof ebenso, wie schon gesagt, eine nachkrieggsdeutsche Erziehungseinrichtung / Psychiatrie / Behinderteneinrichtung der Diakonie in Lemgo ]

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      QUELLE: »Reden ehemaliger Heimkinder vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages im Dezember 2006« @ https://www.kinderheim-koeln-suelz.de/pdf_dokumente/berichte_ehemaliger.pdf - Das Ehemalige Heimkind Wolfgang Focke berichtet, wie wiedergeben auf SEITE 41 (digitale Seiten-Kennzeichnung) in diesem 48-seitigen PDF-Dokument:

      Zitat
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      [] ein neue Verlegung [ in eine andere Erziehungseinrichtung ]. Diesmal ging’s nach Eben-Ezer in Lemgo. Eben-Ezer war eine [diakonische] Einrichtung für Geisteskranke, Körperbehinderte, aber zu der Zeit mehr mit Schwachsinn Befallene. Man [nannte] uns auch „Schwachsinnige“ oder „Pfleglinge“. Die beiden Brüder [Diakone], die mich dahin gefahren hatten – die Behinderten rückten ein von der Arbeit, es war Mittagpause – und sie sagten zu mir: „Mein Gott, wo haben die dich bloß hingebracht [ bzw. „verfrachtet“ ]?“. Die beiden Brüder [Diakone] waren erstaunt beim Anblick dieser Leute.
      Ich bekam Angst, die beiden [
      Diakone] konnten wieder wegfahren, ich musste in Zukunft unter diesen Leuten leben. Aber auch hier musste ich jeden Tag, den der Herrgott geschaffen hatte, 8 Stunden lang arbeiten. Denn die Diakonie Eben-Ezer war ja im Aufbau, dazu gehörte derMeierhof. Wenn wir in der Kolonne in den Meierhof einmarschierten, um zu arbeiten, fehlte nur noch eine Überschrift wie bei Adolf Hitler. Arbeit macht frei Die Erziehungsmethoden standen den von Adolf Hitler in nichts nach. Was uns nicht weich macht, macht uns hart!“ Der einzige Unterschied war hier, es geschah alles im Namen Gottes, der Nächstenliebe und der Diakonie.
      Um noch einmal kurz den Ablauf der Arbeit zu schildern. Im Sommer 8 Stunden Landwirtschaft auf dem Meierhof“. Im Herbst im Steinbruch mit primitiven Mitteln, 10 kg Hammer von Hand betrieben, Brechstange, Eisenkeile. Wir mussten große Felsbrocken aus der Wand brechen, andere mussten sie zu Schotter verarbeiten, sie wurden dann mit dem Trecker vom Meierhof abgeholt Ich vermute einmal, es waren die Straßenunterlagen für die Straßen zwischen Neu-Eben-Ezer, Meierhof und Lurheide.

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      QUELLE: WIKIPEDIA @ https://de.wikipedia.org/wiki/Stiftung_Eben-Ezer :

      Zitat
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      Nachkriegszeit

      Ab 1949 war der bekannte Arzt Max Otto Bruker Ärztlicher Leiter der
      Anstalt Eben-Ezer [ Erziehungsanstalt / Irrenanstalt ].

      Mit dem Bau desMeierhofesauf der neu erworbenen Fläche im Jahr 1950 vollzog sich ein Wandel in der räumlichen Orientierung Eben-Ezers. Die Grundsteinlegung für den StandortNeu Eben-Ezerfand im Jahr 1957 statt. Hier befindet sich bis heute der Hauptstandort der Stiftung [ bzw. der Anstalt / Ider Irrenanstalt ]. Mit dem Umzug, der in den 60er Jahren begann, sollte ursprünglich die Auflösung des StandortesAlt Eben-Ezeran der Lageschen Straße verbunden sein. Dies wurde jedoch aufgrund von weiterhin hohem Kapazitätsbedarf verworfen und der Standort ist der Stiftung [ bzw. der Anstalt / der Irrenanstalt ] bis heute erhalten geblieben.

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      Und diese Scene der manuellen Schotterherstellung in einem Steinbruch unter Nutzung von Anstaltsinsassen und Psychiatriepatienten wird auch geschildert, in einem Fachbuch von JÜRGEN EILERT, betitelt »Psychologie der Menschenrechte: Menschenrechtsverletzungen im Deutschen Heimsystem 1945-1973« (insgesamt 958 Seiten) auf SEITE 671 @ https://books.google.com.au/books?id=goBOSdQVEM4C&pg=PA671&lpg=PA671&dq=%22Heimkinder%22%2B%22Steinbruch%22%2B%22Deutschland%22&source=bl&ots=oVj2hV_r9n&sig=ACfU3U24C-RWILztk-6czjpaH_L6sxPWHQ&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwiUh6a0r63mAhWU6nMBHRLjCVU4ChDoATADegQIChAB#v=onepage&q=%22Heimkinder%22%2B%22Steinbruch%22%2B%22Deutschland%22&f=false
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      #endlichEntschaedigung
      #Schadensersatz
      #compensationnow
      #AlmosenNeinDanke
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    • Martin MITCHELL hat einen neuen Beitrag "Erfahrungen mit der Kirche" geschrieben. 06.01.2020

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      ● Noch so eine evangelische Fürsorgehölle – "Voccawind" mit Steinbruch für die jugendlichen Zwangsarbeiter.

      Anscheinend irgendwo auf dem Zeilberg in Voccawind ist irgendwann mal eine Informationstafel angebracht worden mit folgender Information ( Wer diese Informationstafel hergestellt hat und angebracht hat und wann sie erstmalig angebracht wurde, und genau wo sie sich befindet, ist nicht gewiss. ----- Die Begriffe „Zwangsarbeit“ und „Zwangsarbeiter“ erscheinen natürlich auch nicht auf dieser Informationstafel; ob diese Informationstafel überhaupt noch irgenwo steht ist ebenso nicht gewiss. ) :

      Zitat
      .
      [ MM: Auf dieser Informationstafel existiert folgendes Foto: ]

      »
      So sah das Zöglingsheim auf dem Zeilberg im Jahr 1955 aus. Heute steht an gleicher Stelle ein modernes, den pädagogischen Erfordernissen entsprechendes Pflegezentrum für Menschen mit seelischer Behinderung. – Fotos: Schmidt«

      [ MM: Auf dieser Informationstafel existiert folgendes Foto: ]

      »
      1952 enstand dieses Bild auf dem Zeilberg in Voccawind, wo die Zöglinge arbeiteten und vom Diakonischen Werk christlich unterwiesen wurden. Für viele bedeutete dies ein erstes Zuhause und viele kamen später wieder als Gäste dorthin zurück. Links [im Foto] der „Pionier“ Heimleiter Heinrich Pietzsch

      [ MM: Auf dieser Informationstafel existiert folgendes Foto: ]

      [ Kaiserzeit: Arbeitsausbeutung :
      Zwangsarbeit im Basaltsteinbruch auf dem Zeilberg - MM ]
      [ Dritte Reich: Arbeitsausbeutung :
      Zwangsarbeit im Basaltsteinbruch auf dem Zeilberg - MM ]
      [ Bundesrepublik: Arbeitsausbeutung :
      Zwangsarbeit im Basaltsteinbruch auf dem Zeilberg - MM ]
      »1915 als Kriegsgefangenenlager gebaut; dann als Kantine genutzt. Ab 1940 wieder Kriegsgefangenenlager bis 1945.
      Ab 1948 wurde es als Erziehungsheim betrieben. Untergebracht waren bis zu 70 Jugendliche, die im Steinbruch arbeiten mussten.«

      [ Nachrichten aus der lokalen Presse – Name der Veröffentlichung ungewiss - MM ]


      21.10.1954

      Seite 16 - Nr. 166

      [
      Nachrichtenbericht mit zwei weiteren dazugehörigen Fotos der Basaltsteinbrucharbeit / Zwangsarbeit auf dem Zeilberg in Voccawind in den 1950er Jahren - MM ]


      Aus dem Baunach-, Itz- und Maingrunde mit Umgebung

      Zehn Zöglinge flohen aus Voccawind

      Landpolizei konnte drei fassen – sieben sind noch frei.

      Voccawind (Ur). Einen Rekord an Fluchtversuchen der Zöglinge meldete am Dienstag das Erziehungsheim Voccawind. In der Nacht vom Dienstag haben nicht weniger als zehn Insassen die Flucht ergriffen. Im Laufe der Nacht tauchten fünf entflohene Zöglinge in der Kreisstadt Ebern auf.

      Bis zum Dienstagabend war es der Landpolizei gelungen, drei Zöglinge wieder festzusetzen und in das Erziehungsheim zurückzubringen. Von den restlichen sieben Flüchtlingen fehlt bisher jede Spur. Einen entwichenen Fürsorgezögling des Erziehungsheims Voccawind konnte am Dienstagmorgen ein Ebener Stadtbewohner aus seinem Versteck ausstöbern, als er mit seinme Kraftwagen in die Garage fuhr. Als der Kraftwagenbesitzer mit dem Zögling ein Gespräch begann, gesellten sich schließlich vier weitere Ausreißer hinzu. Es stellte sich heraus, daß die fünf Jugendlichen am Montagabend aus dem Erziehungsheim in Voccawind entwichen waren. Während der nacht waren sie inzwischen bis Ebern gekommen. Der Eberner Bürger redete den Ausreißern zunächst gut zu, doch wieder freiwillig nach Voccawind zurückzukehren, da sie doch bald von der Polizei aufgegriffen würden. Schließlich siegten in der Gruppe doch diejenigen, die ihre Flucht fortsetzen wollten. Der Betreffende sah keine Möglichkeit, zunächst die Jugendlichen zurückzuhalten. Er verständigte jedoch sofort telefonisch die Polizei, der es jedoch nicht gelang, im Laufe der Morgenstunden noch einen der Fürsorgezöglinge wieder einzufangen.

      .


      Ich selbst weiß nur von dieser Informationstafel aus privater Information. Ich habe bisher nichts diesbezügliches auf irgend eine Weise irgendwo im Internet finden können. – Und jedes Wort, dass / Und jede Zeile, die hier in diesem Beitrag in eckigen Klammern steht ist auch nicht auf dieser Informationstafel zu finden.

      .
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      .

    • Martin MITCHELL hat einen neuen Beitrag "Erfahrungen mit der Kirche" geschrieben. 01.01.2020

      .
      ● Noch so eine evangelische Fürsorgehölle – "Voccawind" mit Steinbruch für die jugendlichen Zwangsarbeiter.

      Zwangsarbeit im Dritten Reich an gleicher Stelle wie nach dem Kriege

      Russische Kriegsgefangene / Russische Zwangsarbeiter
      Arbeitskommandos in Voccawind
      ( "
      Arbeitskommandos 6011 in Voccawind )
      im Basaltsteinbruch auf dem Zeilberg bei Maroldsweisach, in Unterfranken, Bayern, Deutschland.
      Lower Franconia, Bavaria, Germany.


      Ein Forum zur Erinnerung und zum Gedenken an die Verstorbenen
      Beiträge in diesem Forum sind weitgehend in russischer Sprache (der ich selbst leider nicht mächtig bin),
      mit Abbildungen von offiziellen Dokumenten und handschriftlichen Einträgen in deutscher Sprache (vielfach auch in deutscher Schrift) sowie auch mit der Schreibmaschine ausgestellte kurze offizielle Schriftstücke und ausgefüllte Formulare.

      Das Forum hat verschiedene Rubriken und enthält viele, viele Beiträge – aber alle Beiträge sind in russischer Sprache und in kyrillischer Schrift.

      Dieses russischsprachige Forum befindet sich @
      http://www.sgvavia.ru/forum/805-2862-1 .

      Ich nehme mal an, dass noch lebende Zeitzeugen (in sehr hohem Alter) und ihre Familenangehörigen und sonstige Verwandschaft und Bekanntschaft, oder auch Historiker hier schreiben und sich über zeitgeschichtliche Fakten austauschen.


      .
      Fotos dieser Basaltsteinbrucharbeit, die nach dem Krieg mit anderen Zwangsarbeitern – jugendlichen Zwangsarbeitern (deutschen oder auch staatenlosen Kindern und Jugendlichen) – fortgesetzt wurde :



      Datum der Aufnahme unbekannt.

      URL dieses Fotos : http://www.heimkinder-ueberlebende.org/images/Arbeit-im-Steinbruch-Nr01.jpg .

      URL eines schon einmal zuvor in diesem Thread erwähnten Fotos (bitte anklicken) :
      https://spd-sand-am-main.de/ortsverein/geschichte/12-juni-welttag-gegen-kinderarbeit-von-ludwig-leisentritt/#&gid=1&pid=6 .

      BILD MIT BEZEICHNUNG: »Buben im Basaltsteinbruch bei Voccawind. In den 50er Jahren mussten schwer erziehbare Buben im Basaltsteinbruch bei Voccawind arbeiten.« [ Es handelt sich hier um das sechste Bild von insgesamt 7 Bildern zur damaligen „Kinderarbeitin Westdeutschland ].

      Datum der Aufnahme unbekannt.


      .
      QUELLE: WIKIPEDIA @ https://de.wikipedia.org/wiki/Armesberg :

      Zitat
      .
      Der Armesberg (731 m [Höhe, über dem Meeresspiegel]) ist ein weithin sichtbarer, bewaldeter Basaltkegel südöstlich von Zinst (Gemeinde Kulmain) im Landkreis Tirschenreuth/Oberpfalz. Er liegt an der alten Handelsstraße von Eger nach Nürnberg. Auf dem Gipfel befindet sich eine historisch wertvolle und denkmalgeschützte Wallfahrtskirche. Zum Armesberg hinauf führen zahlreiche Wanderwege und Fahrradrouten. Markenzeichen des Bergs ist der kunstvoll gestaltete Kreuzweg und der fast nur aus Basalt bestehende Gipfel. Der Armesberg bildet die Wasserscheide zwischen Fichtel- und Haidenaab und zugleich eine Abgrenzung des Steinwaldes gen Westen.

      [ ……… ]

      Zinster Steinbruch


      Auf dem Armesberg befindet sich ein Basaltsteinbruch, der so genannte Zinster Steinbruch. Dessen Geschichte begann im Jahre 1898, als man eine 5,2 km lange Seilbahn vom Steinbruch bis zum geplanten Aufbereitungslager am Bahnhof Immenreuth installierte. An Weihnachten 1899 wurde die Seilbahn mit 120 Loren in Betrieb genommen. Sie wurde von einer Dampfmaschine mit einer Gesamtleistung von 100 PS angetrieben. Das abgebaute Gestein wurde mit dieser Seilbahn nach Immenreuth transportiert. Dort wurde es von insgesamt 6 Backenbrechern (fünf Backenbrecher mit je 50 cm Backenbreite und ein Backenbrecher mit 60 cm Backenbreite) zerkleinert. Der Steinbruch und das Aufbereitungslager waren wichtige Arbeitgeber für die Region, was auch die Angestelltenzahl belegt: Zusammen hatten der Steinbruch und die Aufbereitungsanlage nach der Jahrhundertwende 130 Mitarbeiter.

      Kurz nach der Jahrhundertwende lag die tägliche Schotterproduktion bei 250 Tonnen.
      1940 wurde der Betrieb wegen Personalmangels eingestellt. Die gesamte Seilbahn- und Aufbereitungsanlage wurden demontiert und nach Voccawind bei Maroldsweisach transportiert.

      .


      .
      Steinbrucharbeit nach dem Krieg ( von 1948 bis 1979 ), die jetzt unter Anwendung von Zwang und Gewalt von Fürsorgezöglingen im Alter 14 bis 21 Jahren verrichtet werden mußte, unter Aufsicht von Diakonen der Inneren Mission / Diakonie / Evangelischen Kirche: z.B. in dem bundesrepublikanischen Arbeitserziehunglager mit dem ihm angeschlossenen Basaltsteinbruch auf dem Zeilberg in Voccawind bei Maroldsweisach, in Unterfranken, Bayern, Deutschland.

      .

      Zitat
      .
      Zeilberg
      The
      Zeilberg is a hill, 463 m [in height above mean sea level], in the Haßberge Nature Park and county of Haßberge in eastern Lower Franconia, about 2 kilometres east of Maroldsweisach. It is one of the few still recognisable volcanoes of the Heldburger Gangschar and gives its name to the Zeilberge, which are the highest part of the Itz-Baunach Hills that are geologically part of the actual Haßberge to the west, but are separated from them by the Baunach Valley. The extinct volcano is 16 million years old and is formed of nephelinite. It has been reduced in height due to extraction from a basalt quarry.

      .


      SOURCE: https://www.mapsguidesandmore.com/Germany-Bavaria .

      .
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      .

    • Martin MITCHELL hat einen neuen Beitrag "Erfahrungen mit der Kirche" geschrieben. 30.12.2019

      .
      ● Noch so eine evangelische Fürsorgehölle – "Voccawind" mit Steinbruch für die jugendlichen Zwangsarbeiter.

      Die Rede ist hier – wie in allen vorhergehenden und auch allen nachfolgenden Beiträgen hier in diesem Thread – von dem Basaltsteinbruch auf dem Zeilberg in Voccawind bei Maroldsweisach, in Unterfranken, Bayern, Deutschland.

      Hier jetzt jedoch erst einmal eine Aussage bezüglich einer anderen Basaltgewinnungsstätte / Basaltverwertungsstätte anderswo in Deutschland :


      QUELLE: WIKIPEDIA @ https://de.wikipedia.org/wiki/Basaltsteinbruch_Breitenborn :


      Zitat
      .
      Basaltsteinbruch Breitenborn
      [
      Breitenborn ist ein Ortsteil der Gemeinde Gründau im hessischen Main-Kinzig-Kreis]


      Der Basaltbruch Breitenborn in der Gemarkung der bis 1972 selbstständigen Gemeinde Breitenborn A. W., seit 1972 des Gründauer Ortsteils Breitenborn im Gebiet des Vogelkopfs war der größte Basaltbruch in Deutschland. Der Bruch liegt im Büdinger Wald am südlichen Rande des Vogelsbergs. Dieser ist mit rund 2500 km² die größte zusammenhängende Basaltmasse des europäischen Festlands.

      [ ……… ]

      Nach dem
      Zerkleinern der Steine wurde der Edelsplitt mit Teer gemischt, um das für den Straßenbau fertige Mischgut herzustellen. Die Pflastersteine wurden noch bis Mitte der 1960er Jahre von Hand gehauen. Die Steinrichter aus Breitenborn übten ihren Beruf meist schon über mehrere Generationen aus. Zu dieser Zeit wurde im Werk Wächtersbach auch Basaltwolle oder Basaltfasern hergestellt. Dabei wird Basalt unter großer Hitze verflüssigt (ca. 1400 Grad) und durch Düsen gedrückt. Das abgekühlte Material wurde als Dämmstoff (Kälte-, Wärme- und Schalldämmung) verwandt; in Faser-Kunststoff-Verbunden wird es meist als Hitzeschutzmaterial eingesetzt.

      [ ……… ]

      .



      Auch die Firma GAUDLITZ in Coburg, Regierungsbezirk Oberfranken, Bayern, nutzte damals schon unter Anwendung all dieser sich entwickelnden diversen, komplexen, und hochpräzisen Verfahren die im Steinbruch auf dem Zeilberg in Voccawind bei Maroldweisach aus Basaltbrocken und Basaltsand und Basaltkies gewonnenen Kunststofflösungen in der Herstellung vonverlässlichen Metall-Kunststoff Verbindungen, denen in der Automobilindustrie eine große Bedeutung zukommt – , was die Firma tagtäglich mit den jugendlichen Zwangsarbeitern in dem Arbeitserziehungslager in Voccawind in direkte Verbindung brachte, ein bundesrepublikanisches Arbeitserziehungslager dort betrieben über 30 Jahre hinweg (von 1948 bis 1979) von der Inneren Mission / Diakonie / Evangelischen Kirche, betrieben für die Gewinnung genau dieser notwendigen und wertvollen Rohstoffe.

      Voccawind ist ja gerade mal so ungefähr 35 km entfernt von Coburg, bei Bahnstrecke von Maroldsweisach noch viel weniger. Und der Steinbruch auf dem Zeilberg bei Voccawind war ja für den Transport der von den jugendlichen Zwangsarbeitern mit Basaltbrocken / Basaltschotter / Basaltkies beladenen Loren mit dem Maroldsweisach Hauptbahnhof per Seilbahn verbunden. Das Geschäft lief also wie geschmiert !!


      .
      Verschiedene Fachartikel bezüglich Basaltfasern in englischer Sprache @ https://www.sciencedirect.com/topics/materials-science/basalt

      BILDER: Basaltsand Verwendung
      Link gekürzt

      BILDER: Basaltkies Verwendung
      Link gekürzt

      BILDER: Basaltschotter Verwendung
      Link gekürzt


      .
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      .

    • Martin MITCHELL hat einen neuen Beitrag "Erfahrungen mit der Kirche" geschrieben. 28.12.2019

      .
      ● Noch so eine evangelische Fürsorgehölle – "Voccawind" mit Steinbruch für die jugendlichen Zwangsarbeiter.

      Doch noch wiederentdeckt :

      Jemand verteidigt ( anonym ! ) die diakonische Erziehungseinrichung der Inneren Mission / Evangelischen Kirche ein bundesrepublkanisches Arbeitserziehungslager, dass von 1948 bis 1979 bestand und in Bayern betrieben wurde "VOCCAWIND" mit seinem STEINBRUCH auf dem ZEILBERG bei MAROLDWEISACH. ----- Keine Ahnung wer dieser Anomymus ist (sein Profil ist nicht ausgefüllt); er gibt jedoch darin an „weiblich“ zu sein. Sein damaliges Alter, als einAnwesenderdort in "VOCCAWIND" ist ebenso unbekannt :

      Vor ungefähr acht Jahren
      schrieb dieser Anonymus, ein nur sehr, sehr kurz verweilender Boardnutzer, der sich »ycho« nannte – der wohl derzeit als er seinen Beitrag schrieb möglicherweise so um die 60 Jahre alt war – bezüglich "VOCCAWIND", folgendes (und es soll sich bei ihm so um den Zeitraum 1960/1961 gehandelt haben währendseinesAufenthalts dortin "VOCCAWIND") :

      Noch vorhanden im
      HEIMKINDER-FORUM.DE @ http://www.heimkinder-forum.de/v5/index.php/Thread/938-Maroldsweisach-Voccawind/?postID=225462#post225462 ( aufrufbar dort nur mit dem GOOGLE-CHROME-Browser ) :

      Ein Beitrag vom Dienstag, 25. Januar 2011, um 13:46 Uhr, mit der Überschrift :


      Zitat
      .
      Die Wahrheit über Voccawind

      Diverse Beschreibungen des Jungen-Erziehungsheimes Voccawind sind schlicht falsch und einige ihm zugeschriebene Eigenschaften in keinster Weise korrekt.

      Dies gilt vor allem für Behauptungen wie
      vorletzte Station vor dem Zuchthaus und modernes Konzentrationslager (Quelle: Buch Endstation Freistatt, Seite 170, Fußnote 32 ), aber insbesondere auch für Aussagen wie Die letzten Stationen in diesem System waren die sog. Endstationen, so z.B. Freistatt oder Voccawind. In diesen geschlossenen Heimen herrschte ein besonders restriktiver und repressiver Erziehungsstil mit straffer Arbeitserziehung. Militärähnlicher Drill, Erniedrigungen und die Anwendung körperlicher Gewalt gegen Zöglinge gehörten ebenso ins Repertoire der Erziehungsmethoden wie das zeitweise Wegsperren der Jugendlichen in Arrest- oder Isolationszellen. (Quelle: Projektgruppe Fürsorgeerziehung 1946-1975, Universität Koblenz-Landau, Wanderausstellung 2010).

      Fakt ist, dass in Voccawind die verordnete Arbeit im Basalt-Steinbruch extrem hart (vor allem im eisigen Winter oder bei 32`Hitze) war und nur minimal entlohnt wurde.

      Nach den Sprengungen mussten Steine und Erde per Hand in Loren und dann zu den jeweiligen Sammelstellen gebracht werden. Für eine Lore Erde gab es nichts; für eine Lore Steine nur ein paar Pfennige.

      Erwartetes Pensum [ anzunehmen: dass dieses „erwartete Pensum“ jeweils von zwei Jungen geschafft werden musste - MM ] waren um die 10 Loren, was in etwa einem Tagespensum von drei bis vier Tonnen entsprach.

      Von dem verdienten Geld konnte allwöchentlich ein kleiner Teil für Zigaretten, Tabak, Süßigkeiten etc. ausgegeben werden. Der größere Rest diente als Entlassungsgeld.

      Lief die Schufterei mal besonders gut und brachte an einem Tag mal 13 Loren, gab es abends als „Belohnung“ ein Sonderessen incl. einer Flasche Bier.

      Während der reinen, neunstündigen Arbeitszeit gab es Mittagspause mit Essen und verschiedene Zigarettenpausen. Trotz der äußerst harten Arbeit stellte sich nach zwei, drei Monaten eine Art Gewöhnung ein. Die muskulären Probleme hatten sich weitgehend eleminiert und die größere Routine beim Zerkleinern der großen Basaltbrocken mit dem schweren Vorschlaghammer nebst des Reinwuchtens in die Loren machte die Tätigkeit erträglicher.

      Der militärähnliche Drill bestand einzig darin, das morgens und abends angetreten und abgezählt werden musste, um etwaige Abgänge zu checken. Ansonsten geschah der Arbeitsantritt weder im Gleichschritt noch musste mit einer 40kg-Ausrüstung durch schlammiges Gelände gerobbt werden wie bei meiner späteren Bundeswehrzeit.

      Der Erziehungsstil war weder restriktiv noch repressiv. Er war äußerst nachdrücklich und in gewisser Weise unnachgiebig und von klaren Regeln geprägt. Hielt man letztere ein, gab es keine Probleme.

      Erniedrigungen und und die Anwendung körperlicher Gewalt gab es während meines Aufenthalts dort (
      1961 und 1962) so gut wie nicht, bzw. selten.

      Ich selbst erhielt einmal vom Heimleiter eine gesalzene Ohrfeige, nachdem ich beim Putzen seiner Stiefel (was 50 Pfennige einbrachte) auch seine Reitgerte (die er stets mit sich führte) mit Schuhcreme einschmierte. Doch war es mir das wert.

      [
      Kapos in den Gruppen ( ? ) - MM ]

      Gewalt unter den Zöglingen gab es hingegen. Zum Einen schon wegen der Hierarchie, die unter (zu meiner Zeit)
      73 Jungen zwangsläufig vorhanden war und gewissen eigenen (Gruppen)Regeln folgte.

      Zu diesen Regeln zählte z.B., dassAbhauennicht toleriert wurde, weil stets die Gruppe als Ganzes darunter zu leiden hatte. Etwa, dass der sonntägliche Ausgang ins nahegelegene Maroldweisach gestrichen wurde.

      Nicht toleriert wurde auch Anschwärzen bei den Erziehern, das Nichtbezahlen von Schulden und ähnliches. Doch wurden handgreifliche Auseinandersetzungen meist durch die Erzieher unterbunden und in Form samstäglicher Boxkämpfe (mit Handschuhen etc.) incl. Ringrichter ausgetragen. Diese fanden öfter auch ohne speziellen Anlass statt, einfach als „sportliche“ Veranstaltung zum Abbau eventueller Aggressionen. Die Hierarchie war auch insofern von Vorteil, als manche Streitigkeiten schon im Ansatz von den
      Alphatieren unterbunden bzw. gelöst werden konnten.

      Erniedrigungen durch Heimaufsicht oder Erzieher gab es ebenfalls nicht. Wobei bei jenen, die auf die Unterbringung in einer Geschlossenen, die harte Steinbrucharbeit, die strenge Reglementierung und dergleichen mehr sehr sensibel reagierten, durchaus ein Gefühl der Erniedrigung und Verzweiflung aufkommen konnte. Was bei zwei oder drei Zöglingen auch Bettnässen nach sich zog und die psychischen Downphasen verstärkte.

      Sexuelle Übergriffe durch Erzieher gab es nie. Die üblichen nächtlichen Bettspielchen zwischen manchen Zöglingen hingegen wohl, was jedoch vom größeren Rest toleriert wurde, auch wenn jene die Lover oft mit anzüglichen Worten bedachten.

      Zeitweises Wegsperren in Arrestzellen (meist drei Tage isoliert) gab es ausschließlich bei jenen, die einen Sonntagsausgang oder eine abendliche Zigarettenpause zur Flucht nutzten. Wobei auch zu bedenken war, dass das Abhauen über die nahegelegene DDR-Grenze
      in einigen Fällen schlimme Verletzungen durch Minen zur Folge hatte. [ Bekannt ist solch ein Vorfall – also nur einer – der sich am 1. Dezember 1968 ereignete, währenddessen der 16-jährige Arbeitserziehunglager-Insasse Günter Oppermann schwer verletzt wurde ]

      In der karg bemessenen Freizeit standen Bücher zur Verfügung, die jedoch selten genutzt wurden. Meist wurde Domino gespielt, Einsatz [ = inoffizielle Lagerwährung ] gedrehte Zigaretten oder „Aktive“ (fertige), manchmal auch der Nachtisch oder eine Blechmarke für eine Lore Steine.


      Resümierend kann ich sagen, dass Voccawind weder dieHölle“, noch einmodernes Konzentrationslagernoch dieletzte Station vor dem Zuchthauswar.

      Mir und anderen Mit-Zöglingen auch brachte der (Zwangs-)Aufenthalt nicht nur eine physische Stärke, sondern auch eine psychische.

      .


      Darauf antwortete dann auch sofort, der dort ebenso im HEIMKINDER-FORUM.DE derzeit anwesende Boardnutzer »Freggerla« [Jg. 1949] wie folgt :

      Noch vorhanden im
      HEIMKINDER-FORUM.DE @ http://www.heimkinder-forum.de/v5/index.php/Thread/938-Maroldsweisach-Voccawind/?postID=257422#post257422 ( aufrufbar dort nur mit dem GOOGLE-CHROME-Browser ) :

      Ein Beitrag vom Mittwoch, 22. Juni 2011, um 21:50 Uhr :


      Zitat
      .
      Voccawind

      Na gut, man kann Voccawind sehen wie man will, aber vermute mal dass keiner von uns unschuldig dort war.

      Nur die Frage die sich mir nach Jahren stellte war die:
      Habe ich das verdient? Ich sage nein.

      Ausserdem soll keiner und ich meine keiner Voccawind schönreden !!

      Ich war lange genug dort
      [ von 1965 bis 1967 ] und habe den Steinbruch im Winter/Sommer erlebt, kenne auch die Zellen am Gangende [ der Wohnbaracke ( ? ) ] zur genüge (Flucht) und die Firma in Coburg (Gaudlitz) war zum Steinbruch direkt eine Erholung.

      Schikanen? Ja was sind Schikanen? Da kann man mit unterschiedlichem Maß messen. Körperliche Schikanen von Seiten der
      "Brüder" [ gemeint sind die als Erzieher dienenden Diakone der Inneren Mission ] gab es nicht, aber die beiden Plietsch [ Vater und Sohn Plietsch, Aufseherpaar ! ] waren schon ein starkes Stück.

      Aber wenn ich bedenke,
      dass dort 14-18 jährige (auch ältere) ihre Jugend verbringen mussten, NEIN DANKE. Das hat keiner verdient.

      Ich bin froh, dass ich nach Jahren mit mir im "reinen" bin und über die Zeit nachdenken kann ohne Angstgefühle und Depressionen zu kriegen.

      Aber drüber offen reden fällt mir unheimlich schwer. Und wenn man aber darüber redet und erzählt was und wie es dort war glaubt das im ersten Moment keiner.

      »
      Freggerla«

      .


      Danach kam dann garnichts mehr im HEIMKINDER-FORUM.DE bezüglich "VOCCAWIND", entweder von dem dortigen Boardnutzer, »ycho, oder dem Boardnutzer »Freggerla«.

      .
      Es gibt zwar bisher noch keinen Spielfilm mit Titel "VOCCAWIND". Doch falls da noch jemand in Frage stellen will, dass "VOCCAWIND" „die Höllewar, braucht er sich nur den erstmalig am 25. Juni 2016 in deutschen Kinos gezeigten Spielfilm mit Titel "FREISTATT" ansehen ( ist ja seither auch schon unzählige Male im deutschen Fernsehen erschienen ! ); oder auch einfach nur mal hier DARÜBER nachlesen :

      Meinen dortigen Beitrag vom Freitag, 20. Januar 2017, um 02:00 Uhr @
      http://www.heimkinder-forum.de/v5/index.php/Thread/460-Freistatt-Diakonie-Freistatt-Bethel/?pageNo=10 ( und viele weitere vorherige und nachfolgende meinerseitige Beiträge zu diesem Thema: "FREISTATT" ) ( Auch dieser Beitrag / auch diese Beiträge sind dort nur aufrufbar mit dem GOOGLE-CHROME-Browser ),

      oder auch hier :

      Meinen dortigen Beitrag vom Montag, 16. April 2018, um 04:13 Uhr @
      http://www.kinder-heim.de/index.php/Thread/15055-Freistatt-Fernsehfilm/?postID=191022#post191022 .


      .
      Hier jetzt noch ein meinerseitiger NACHTRAG, den ich aus Notwendigkeit erstmalig als Hinweis, jetzt hier und auch an einer und anderer Stelle im Internet in den frühen Morgenstunden am Freitag, 27. Dezember 2019 formuliert und angebracht habe:

      AUS GEGEBENEN ANLASS jetzt hier ein direkter Link in das
      FREIGEISTERHAUS.DE-Forum, zu einem genau gleichlautenden Beitrag (in einem genau gleichlautenden ebenso DORT von mir eröffenten Thread), dort von mir getätigt in den letzten Abendstunden am ersten Weinachtsfeiertag (Mi. 25.12 2019, um 22.07 Uhr), und was man dort, im FREIGEISTERHAUS.DE-Forum, nur eine Stunde später, aus meinem Beitrag gemacht hat (ich hab das dann, so gut wie ich konnte, am zweiten Weihnachtsfeiertag, versucht zu reparieren, ohne dem dortigen Moderator zu wiedersprechen oder seine Maßnahme rückgängig zu machen oder mich in irgendeiner Weise ihm zu widersetzen --- denn das ist DORT streng verboten).

      Siehe @
      https://freigeisterhaus.de/viewtopic.php?p=2198221#2198221 .


      .
      #endlichEntschaedigung
      #Schadensersatz
      #compensationnow
      #AlmosenNeinDanke
      .

    • Martin MITCHELL hat einen neuen Beitrag "Erfahrungen mit der Kirche" geschrieben. 28.12.2019

      .
      ● Noch so eine evangelische Fürsorgehölle – "Voccawind" mit Steinbruch für die jugendlichen Zwangsarbeiter.

      Ein hierzu relevanter Auszug aus

      Hoffen kostet nichts
      Erzählungen

      Von Gerd Scherm

      Verlag: Colmberg : Kontor für Kunst und Literatur, 2002
      insgesamt 124 Seiten
      ISBN: 9783831144785


      QUELLE: Webseite von dem Buchautor Gerd Scherm – Produktbeschreibung @ https://www.scherm.de/hoffen.htm :


      Zitat
      .
      Erzählungen einer Kindheit und Jugend in den 1950er und 60er Jahren - das Kinderleben auf der Straße, die erbarmungswürdige Wohnsituation, der alltägliche Mangel, das Träumen und Hoffen. Ein Buch, das die Nachkriegszeit und das beginnende Wirtschaftswunder in Westdeutschland unprätentiös und humorvoll schildert. Gerd Scherm erzählt dies in einer Sprache, die Stimmungen nachvollziehbar macht, die Distanz wahrt und doch Nähe schafft.

      Den Geschichten sind zeitgenössische Fotos der Schauplätze und auch der Menschen zugeordnet. Sie vermitteln im Wortsinn ein Bild jener Zeit, die geprägt war von Schwarz und Weiß und sehr, sehr viel Grau. Vielleicht ist es gerade dieser Farbkontrast zu unserer heutigen Multimedien-Multicolorwelt, der uns diese, doch so nahe Zeit schon jetzt unendlich fern erscheinen lässt.

      Das Fazit des Autors: Bei allen Widrigkeiten und Hindernissen habe ich vor allem zwei Dinge gelernt: zum einen, dass eine positive Einstellung die Lage zumindest nicht verschlechtert, zum anderen, dass Hoffen nichts kostet.

      .



      WEITERES ZUM AUTOR GERD SCHERM: https://www.literaturportal-bayern.de/autorinnen-autoren?task=lpbauthor.default&pnd=119530643 .

      Zitat
      .
      Hoffen kostet nichts
      Erzählungen

      Von Gerd Scherm

      [ SEITE 94: ]

      [ ……… ]

      Dem geneigten Leser sei gesagt, dass
      wir uns inzwischen im Jahr 1966 befinden und ich anfing, meine ersten Gedichte zu schreiben.

      [ ……… ]

      Es war die Zeit, in der die aufmüpfige Jugend sich erstmals eine eigene Meinung erlaubte.
      Mein Vater drohte nun nicht mehr mit der Bäckerlehre, sondern mit Voccawind. In Voccawind befand sich ein Lager für schwer erziehbare Jugendliche, die dort im Steinbruch arbeiten mussten. Als ich wieder einmal ein nicht so prächtiges Zeugnis erwartete, beschloss ich zu handeln. Gemeinsam mit meinem Freund Jürgen Below schmiedete ich Fluchtpläne.
      Der Druck daheim [ „daheim in Fürth“, just ausserhalb Nürnberg; 80 bis 90 Kilometer von
      Voccawind bei Maroldsweisach in Unterfranken entfernt ] war so groß, dass wir abhauen wollten. Um uns einen Vorsprung zu schaffen, erzählten wir unseren Müttern, dass ein Schulausflug nach Solnhofen ansteht. Statt zur Schule gingen wir zum Fürther Hauptbahnhof und kauften uns Fahrkarten nach Köln. Von dort aus wollten wir weiter über das belgische Ostende nach London fahren. Ich nahm auch meine elektrische Gitarre mit, in der Hoffnung, dass ich in der dortigen Szene das richtige Spielen lernte. Dann könnte ich Karriere machen und würde frei sein, unendlich frei.

      [ ……… ]

      .


      Man kann, m.E., wohl mit Sicherheit auch davon ausgehen, dass die lange Zeit in Fürth bei Nürnberg lebende Bundestagsabgeordnete Marlene Rupprecht (SPD), und die zuvor auch über lange Zeit hinweg Lehrerin in dieser bayerischen Gegend war, die sich ja zusammen mit Schirmherrin Antje Vollmer am »Runden Tisch Heimerziehung in Berlin (2009/2010)« – zum immensen Nachteil aller Betroffenenso ausserordentlich hervor tat und durch ihre völlige Abwesenheit von Ehrlichkeit so großartig auffiel und in Erinnerung bleibt, jederzeit, genau über diesen Basaltsteinbruch auf dem Zeilberg in Voccawind bei Maroldsweisach in Unterfranken, und was dort jahrzehntelang ( von 1948 bis 1979 ) vor sich ging, Bescheid wusste.

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    • Martin MITCHELL hat einen neuen Beitrag "Erfahrungen mit der Kirche" geschrieben. 28.12.2019

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      ● Noch so eine evangelische Fürsorgehölle – "Voccawind" mit Steinbruch für die jugendlichen Zwangsarbeiter.

      Ortsverein SPD Sand am Main vertreten durch den Vorsitzenden Paul Hümmer,
      Zeiler Straße 2,
      97522 Sand am Main,
      Tel: 09524 1733,
      e-mail:
      paul.huemmer@spd-sand-am-main.de

      »Sand am Main (amtlich: Sand a. Main) ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Haßberge«, Bayern ( QUELLE: WIKIPEDIA @ https://de.wikipedia.org/wiki/Sand_am_Main )

      Auf ihrer Webseite @
      https://spd-sand-am-main.de/ ist zu finden :

      BILD MIT BEZEICHNUNG: »
      Buben im Basaltsteinbruch bei Voccawind. In den 50er Jahren mussten schwer erziehbare Buben im Basaltsteinbruch bei Voccawind arbeiten.« [ Es handelt sich hier um das sechste Bild von insgesamt 7 Bildern zur damaligen „Kinderarbeitin Westdeutschland ].
      QUELLE: https://spd-sand-am-main.de/ortsverein/geschichte/12-juni-welttag-gegen-kinderarbeit-von-ludwig-leisentritt/#&gid=1&pid=6

      Desweiteren berichtet die SPD in einem sehr langen dazugehörigen Artikel

      betitelt


      »SPD Sand am Main

      12. Juni: Welttag gegen Kinderarbeit,

      von Ludwig Leisentritt

      [ Seit den frühen 1970er Jahren SPD-Politiker Ludwig Leisentritt (Jg. 1937). Ehrenbürger der Stadt Zeil a. Main ( DAZUGEHÖRIGE HISTORISCHE BILDQUELLE: https://spd-hassberge.de/politik/geschichte/history-spd-bilderserie/ ) ( „Neben seiner politischen Tätigkeit ist Ludwig Leisentritt leidenschaftlicher Heimatforscher, Stadtarchivar und Buchautor.“ ) ]

      Arbeit statt Müßiggang – Kinderarbeit in unserer Heimat
      Die kindliche Arbeitskraft galt einmal als „Kapital der armen Leute“«


      @ https://spd-sand-am-main.de/ortsverein/geschichte/12-juni-welttag-gegen-kinderarbeit-von-ludwig-leisentritt/ über „Kinderarbeit“ („Kinderarbeit“, die, die SPD, als Ganzes, als "nichts Ungewöhnliches" anzusehen scheint) auch dort :

      Zitat
      .
      »Nach dem letzten Krieg [ Es ist anzunehmen, dass man „zwischen 1945 und 1979“ damit meint. ] waren Arbeitserziehungslager für Kinder und Jugendliche nichts Ungewöhnliches. Bei Voccawind war in den frühen 50er Jahren ein Erziehungsheim, das bis zu 50 schwer erziehbare Jugendliche ab 14 Jahre durch Arbeit zu bessern versuchte. Tagsüber mussten dieZöglingeim Steinbruch Kipploren mit Steinen und Erde beladen und wegtransportieren, was heute sicher grenzwertig wäre.«
      .


      Das diesbezügliche Datum dieses Aufsatzes von Ludwig Leisentritt ist anscheinend der 12. Juni 2014 !

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    • Martin MITCHELL hat einen neuen Beitrag "Erfahrungen mit der Kirche" geschrieben. 28.12.2019

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      ● Noch so eine evangelische Fürsorgehölle – "Voccawind" mit Steinbruch für die jugendlichen Zwangsarbeiter.

      ● Sich gegenseitig helfen aufzuklären und aufzuarbeiten, das ist das Ziel. ----- Das uns in den damaligen Heimen angetane Unrecht und Leid soll nicht in Vergessenheit geraten.

      Totale Institutionen der Inneren Mission / Diakonie / Evangelischen Kirche

      Wer sich, sei es von Täterseite oder Opferseite, zu einem oder anderen der folgenden westdeutschen damaligen evangelisch-lutherischen "Fürsorgehöllen" äussern möchte

      1. -
      Erziehungsanstalt "Voccawind", mit Bassaltsteinbruch auf dem Zeilberg bei Maroldsweisach, in Unterfranken, in Bayern --- mehr als 30 Jahre lang bundesrepublikanisches Arbeitserziehungslager (1948 bis 1979) --- zuvor nationalsozialistisches Arbeitserziehungslager im Dritten Reich (mindestens von ungefähr 1939 bis 1945) ;

      2. -
      Erziehungsanstalt "Aumühle" in Wixhausen (Darmstadt), in Hessen ;

      3. -
      Erziehungsanstalt "Herzogsägmühle", Peiting, Weilheim-Schongau, in Bayern / Diakonie in Oberbayern ( im „Pfaffenwinkel“ ) ;

      4. -
      "Burschenheim Beiserhaus", Knüllwald-Rengshausen (Schwalm-Eder-Kreis), bei Kassel, in Hessen ;

      5. -
      Bethel-eigene Erziehungsanstalt "Eckardtsheim" in der Senne bei Bielefeld, in Nordrhein-Westfalen ----- eine Zweiganstalt der "Bodelschwinghsche Anstalten Bethel" bei Bielefeld, ebenso in Nordrhein-Westfalen ;

      6. -
      Bethel-eigene Erziehungsanstalt "Freistatt im Wietingsmoor" / Diakonie Freistatt / Diakonische Heime Freistatt, im Moor zwischen den Kleinstädten Diepholz und Sulingen, in Niedersachsen ----- eine Zweiganstalt der "Bodelschwinghsche Anstalten Bethel" bei Bielefeld, in Nordrhein-Westfalen ;

      7. -
      Mädchen Erziehungsanstalt / Mädchen Erziehungsheim "Birkenhof" Hannover-Kirchrode, in Niedersachsen ;

      etc., etc., etc. .

      kann sich jederzeit unverbindlich per E-mail mit mir in Verbindung setzen :

      selbst Betroffener und in Australien ansässiger political activist Martin MITCHELL ( auch als »martini« bekannt ):-
      martinidegrossi[a]yahoo.com.au .

      Am allermeisten interessieren mich Eure eigenen Erfahrungen in
      diesen Totalen Institutionen der Inneren Mission / Diakonie / Evangelischen Kirche in den 1950er und 1960er Jahren ( also insbesondere und hauptsächlich in diesen zwei Jahrzehnten ! ).
      Wenn die Zustände
      in diesen Totalen Institution jedoch auch in den 1970er Jahren und 1980er Jahren immer noch so waren wie in den 1950er und 1960er Jahren, möchte ich natürlich auch unbedingt davon wissen und erfahren, d.h. in Kenntnis gesetzt werden.


      .
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    • Martin MITCHELL hat einen neuen Beitrag "Erfahrungen mit der Kirche" geschrieben. 28.12.2019

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      ● Noch so eine evangelische Fürsorgehölle – "Voccawind" mit Steinbruch für die jugendlichen Zwangsarbeiter.

      Neue Soziale Bewegungen als Herausforderung sozialkirchlichen Handelns
      Wilhelm Damberg, Traugott Jähnichen (Hrsg.)
      Paperback: 304 Seiten
      Verlag: Kohlhammer (8 April 2015)
      ISBN-13: 978-3170292369


      Zitat
      .
      Neue Soziale Bewegungen als Herausforderung sozialkirchlichen Handelns

      [ auf SEITE 000 (Seitenzahlen werden im Original dieses Book Preview leider nicht angegeben): ]

      Im Mai 1969 veröffentlichte der ASTA der Universität Erlangen – darunter beteiligt eine „Basisgruppe Theologie“ – eine hektographierte Dokumentation über
      Erziehungsheime der Inneren Mission mit einem Gerippe auf dem Titelbild, das wie ein Tramper das Schild „nach Voccawind“ hielt. Daneben war ein Fahnenmast mit einer stilisierten Kirchenfahne und dem „Krohnenkreuz“, dem Zeichen der Diakonie, abgebildet. Dieses Bild spielte auf die Verstümmellung eines aus dem Heim Voccawind Ende 1968 weggelaufenen Jugendlichen an, der die Grenze zur DDR überwinden wollte, im Minenfeld eine Explosion auslöste und ein Bein verlor.[58] In den systematischen Zusammenstellungen über die Einrichtungen Puckenhof, Voccawind, Fassoldshof und Rummelsberg bezüglich Einlieferung, Tagesablauf, Arbeit, Freizeit, Ausgang, Sexuelle Aufklärung, Strafen, Postzensur, Ausbildung der Erzieher etc. wurden die Einrichtungen u.a. als „Kinder KZs der Inneren Mission bezeichnet.[59] Quellen für die Zusammenstellung waren entweder Besuche oder Praktika der Studierenden in den Einrichtungen, Befragungen der Jugendlichen wie der Erzieher []

      ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

      [ Fußnoten: ]

      [ auf SEITE 000 (Seitenzahlen werden im Original dieses Book Preview leider nicht angegeben): ]


      [58] Der Evangelische Erziehungsverband in Bayern versuchte bereits Ende 1968 vehement die Kritik am Heim und seinen regiden Erziehungsmethoden abzuwehren. Allerdings wurden die öffentlichen Angriffe durch eine ZDF-Sendung über Voccawind im Januar 1969 zur besten Sendezeit noch verstärkt. EREV an Schriftleitung der Abendzeitung des Acht-Uhr-Blattes v. 31.12.1968 und Fernsehsendung ZDF v. 8.1.1969, Voccawind (Nachschrift der Sendung v. 9.1.1969), in: Archiv der Evangelisch-Lutherischen Kirchen Bayern, Nürnberg (nachfolgend abgekürzt: ELKAN) Siehe weitere Stellungnahmen in Archiv des Diakonischen Werkes der EKD (nachfolgend abgekürzt: ADW), HGSt 4444.

      [ auf SEITE 000 (Seitenzahlen werden im Original dieses Book Preview leider nicht angegeben): ]


      [58] ASTA-Sozialreferat der Universität Erlangen-Nürnberg, AstA-Dokumente: Erziehungsheime der Inneren Mission (7.5.1969) u. „Studenten sprechen von Kinder KZ“, in: Süddeutsche Zeitung Nr. 112 v. 10./11.5.1969 in: Archiv Herzogsägmühle, Ordner „APO“.

      .


      QUELLE DIESER KURZAUSZÜGE / KURZZITATE: gekürzter Link

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    • Martin MITCHELL hat einen neuen Beitrag "Erfahrungen mit der Kirche" geschrieben. 27.12.2019

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      ● Noch so eine evangelische Fürsorgehölle – "Voccawind" mit Steinbruch für die jugendlichen Zwangsarbeiter.

      Detaillierte digitale Landkarte der an der Bundesstraße 289 liegenden Ortschaften Voccawind und Maroldsweisach und dem Basaltsteinbruch auf dem Zeilberg in Unterfranken, Bayern @ https://www.google.com/maps/@50.1967791,10.6709094,14z/data=!5m1!1e4

      Detaillierte digitale Satelitkarte der an der Bundesstraße 289 liegenden Ortschaften Voccawind und Maroldsweisach und dem Basaltsteinbruch auf dem Zeilberg in Unterfranken, Bayern @ https://www.google.com/maps/@50.1967791,10.6709094,3629m/data=!3m1!1e3!5m1!1e4

      Beide dieser detaillierten digitalen Landkarten, natürlich, einschließlich dem genauen Verlauf der nahegelegenen Zonengrenze zwischen Bayern und Thüringen, wo am 01.12.1968 der 16-jährige Fürsorgezögling Günter Oppermann in einem Minenfeld verunglückte und schwer verletzt wurde auf seiner Flucht aus dem über mehr als 30 Jahre lang bestehenden bundesrepublikanischen Arbeitszwangslager der Inneren Mission / Diakonie / Evangelischen Kirche (1948 bis 1979) mit dem ihm angeschlossen Basaltsteinbruch auf dem Zeilberg in Voccawind bei Maroldsweisach, in die DDR.


      Bevor die westdeutschen Jugendämter ( Anfang 1948 ) der Inneren Mission / Diakonie / Evangelischen Kirche, unter anderem, regelmäßig, für ihren kirchlichen Basaltsteinbruch auf dem Zeilberg in Voccawind bei Maroldsweisach jugendliche Zwangsarbeiter zur Verfügung gestellt haben, waren dort, genau in diesem Basaltsteinbruch vor wenigen Jahren noch massenhaft, unter Bewachung stehende, fremdländische Zwangsarbeiter tätig ( zumindest, soweit sich feststellen und unter Beweis stellen lässt zwischen ca. 1941 bis 1945 ) !! :

      QUELLE:
      UNITED STATES HOLOCAUST MEMORIAL MUSEUM
      100 Raoul Wallenberg Place, SW
      Washington, DC 20024-2126
      Main telephone: 202.488.0400
      TTY: 202.488.0406 :

      Es existiert dort, in Washington, DC, in den Vereinigten Staaten von Amerika, im Original, u.a., ein 4-seitiges Dokument in deutscher Sprache, mit Datum 4. Juni 1944, das belegt,
      dass von der Nazi-Diktatur, zum Beispiel, zwischen dem 12. September 1943 und dem 2. Juni 1944, 55 sowietische Kriegsgefange als Zwangsarbeiter im Basaltsteinbruch auf dem Zeilberg in Voccawind bei Maroldsweisach eingesetzt waren !!

      Dokument-Quelle: »Reichskriminalpolizeiamt in Berlin«

      »SONDERAUSGABE ZUM DEUTSCHEN KRIMINALPOLIZEIBLATT (ID: 24775)«


      https://www.ushmm.org/online/hsv/source_view.php?SourceId=24775

      Sogar die vollständigen Namen, und vielfach auch das Geburtsdatum, einschließlich dem Geburtsortund sogar jeweilig mit einem Foto all dieser 55 sowietischen Kriegsgefangenen / Zwangsarbeiter bleiben auch heute noch, digitalisiert, dokumentarisch dort erhalten.

      Und es gibt dort, in Washington, DC , auch noch viel mehr solcher Dokumente, im Original, zu
      vielen weiteren damaligen fremdländischen Zwangsarbeitern, die, dort, genau in diesem Basaltsteinbruch auf dem Zeilberg in Voccawind bei Maroldsweisach zu Nazi-Zeiten / Kriegszeiten (1939-1945) eingesetzt waren.


      Siehe QUELLEN:

      https://www.ushmm.org/online/hsv/person_advance_search.php?SourceId=24775&sort=name_primary_sort ;

      https://www.ushmm.org/online/hsv/person_advance_search.php?SourceId=24775&sort=name_primary_sort&MaxPageDocs=25&start_doc=26 ;

      https://www.ushmm.org/online/hsv/person_advance_search.php?SourceId=24775&sort=name_primary_sort&MaxPageDocs=25&start_doc=51 .

      WEITERE QUELLE: https://collections.ushmm.org/search/?utf8=%E2%9C%93&q=Voccawind&search_field=all_fields

      UNITED STATES HOLOCAUST MEMORIAL MUSEUM auf seiner Homepage @ https://collections.ushmm.org/search/ informiert :


      Zitat
      .
      Search All 291,504 Records in Our Collections
      The Museum’s Collections document the fate of Holocaust victims, survivors, rescuers, liberators, and others through artifacts, documents, photos, films, books, personal stories, and more. Search below to view digital records and find material that you can access at our library and at the Shapell Center.

      .


      Siehe auch folgende Buchempfehlung: »"Gemeinschaftsfremde" : Zwangserziehung im Nationalsozialismus, in der Bundesrepublik und der DDR / Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.)« @ https://collections.ushmm.org/search/catalog/bib256873

      Und was wird uns die Innere Mission / Diakonie / Evangelische Kirche bezüglich all diesen Enthüllungen, und insbesondere bezüglich all diesen Enthüllungen was sie selbst und die Nachkriegsjahrzehnte (1948 bis 1979) betrifft während sie selbst diesen Basaltsteinbruch auf dem Zeilberg in Voccawind bei Maroldsweisach mit jugendlichen Zwangsarbeitern betrieb, und den Dreck den sie diesbezüglich am Stecken hat, jetzt erzählen wollen ??

      .
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    • Martin MITCHELL hat einen neuen Beitrag "Erfahrungen mit der Kirche" geschrieben. 26.12.2019

      .
      ● Noch so eine evangelische Fürsorgehölle – "Voccawind" mit Steinbruch für die jugendlichen Zwangsarbeiter.

      QUELLE: Deutsches Pfarrerblatt - Heft: 5/2010 :

      pfarrerverband.de [ Mai 2010 ] @ http://www.pfarrerverband.de/pfarrerblatt/archiv.php?a=show&id=2812 ( Und hier kann jeder, der möchte, auch jetzt noch einen Kommentar abgeben. – Ob solche Kommentare dann aber erst „moderiert“ werden müssen, bevor sie freigeschaltet werden, weiß ich nicht. – Es kann natürlich auch sein, dass ein oder anderer Kommentar garnicht erst veröffentlicht wird. – Für die Regeln der Redaktion zur Veröffentlichung / Freischaltung im pfarrerblatt.de von Beiträgen, siehe @ http://www.pfarrerverband.de/pfarrerblatt/regeln.php ) :

      Zitat
      .
      Deutsches Pfarrerblatt - Heft: 5/2010 :

      Die Kirchen und die Heimkinderdebatte

      Scham und Schande

      Von: Dierk Schäfer

      Die Missbrauchsskandale in pädagogischen Einrichtungen, die derzeit die Medien dominieren, haben die ältere Diskussion um Misshandlungen gegenüber Heimkindern in den Schatten gedrängt. Dierk Schäfer erinnert an ein Phänomen, das sich gegenwärtig zu einem Gesamtbild der Misshandlung von Kindern durch Erwachsene mit Erziehungs- und Aufsichtsfunktion zu fügen scheint und fordert Konsequenzen aus der Arbeit des »Runden Tisches Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren« [ auf Bundesebene,
      unter den Fittichen von Schirmherrin Antje Vollmer, in enger Verbundenheit mit den Kirchen; Laufzeit dieses Runden Tisches: 2009/2010 ].

      »Ich kann öffentlich sagen, dass ich mich entschuldige, aber ich würde mehr noch sagen, ich schäme mich dafür, dass in unseren Heimen so etwas vor sich gegangen ist und Kinder wirklich auch gebrochen wurden in ihrem Willen und ihre Würde derart verletzt wurde.«, sagte Margot Käßmann in der Sendung »Menschen und Schlagzeilen« im NDR Fernsehen am 14. Januar 2009.*[1] »Die Aussage der Bischöfin dürfte neuen Schwung in die Debatte um Entschädigungszahlungen bringen«, heißt es weiter in der Meldung vom »Domradio«. Doch danach sieht es nicht aus.

      [ ……… ]

      Die derzeit an die Öffentlichkeit gekommenen
      Vorwürfe gehen auf Mißhandlungen[5] in Kindheit und Jugend zurück, von denen nunmehr Erwachsene im Rückblick berichten. Die Ereignisse liegen also zum Teil bis zu 40 Jahre zurück.
      Zunächst ging es um die Vorwürfe der ehemaligen Heimkinder
      [6], sie seien, vorwiegend in der Nachkriegszeit bis Anfang der 70er Jahre, in Heimen unterschiedlicher Art[7] und unterschiedlicher Trägerschaft[8] wiederkehrenden Demütigungen und Misshandlungen unterschiedlicher Art ausgesetzt gewesen; erzwungene Arbeitsleistungen seien weder bezahlt worden noch sozialversichert gewesen, auch seien sie bildungs- wie ausbildungsmäßig eingeschränkt worden. Resultat seien psychische Schäden durch Traumatisierungen mit Retraumatisierungs-Routinen, Körperschäden durch Misshandlungen[9] oder Arbeitsunfälle bei der Zwangsarbeit[10]

      [ Fußnoten: ]

      [10] Laut Aussage eines Heimkindes erlitt er bei der Arbeit im Steinbruch einen Arbeitsunfall, der eine Beinamputation zur Folge hatte. Es habe keine Sozialversicherung bestanden. Nur durch Tricks der Heimleitung habe er eine Rente erhalten, die das Heim jedoch als Unterhaltsbeitrag eingestrichen habe.

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